Metropolregion

Lange Nacht der Forschung Hunderte Besucher schauen in Heidelberg und Mannheim Wissenschaftlern über die Schulter

Wenn im Hörsaal ein Wasserfass platzt

Archivartikel

Heidelberg/Mannheim.Dass Marmorkrebse einen Beitrag zur Tumorforschung leisten, dürfte außerhalb des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) eher unbekannt sein. Mit der Präsentation dieser handtellergroßen Krustentiere im Foyer des DKFZ gaben die Mitarbeiter der Abteilung für Epigenetik einen Einblick in ihre Tätigkeit und stellten sich den Fragen der Besucher, die am Freitagabend ins Neuenheimer Feld strömten. Genau dies war das Ziel der „Nacht der Forschung“. Das DKFZ und 15 weitere Einrichtungen in Heidelberg und Mannheim (unter anderem das Technoseum) waren zum zweiten Mal dabei. Bis Mitternacht konnten Besucher erfahren, womit sich Natur- und Geisteswissenschaftler oder Mediziner beschäftigen.

Im Fall der Marmorkrebse bedeutete dies die Entnahme von Muskelgewebe, anhand dessen das Erbmaterial der Tiere untersucht wird. „Alle Krebse sind genetisch gleich, leben aber in verschiedenen Habitaten und sehen anders aus“, erklärte die Doktorandin Sina Tönges. Damit verhielten sich die Krebse genau wie Tumorzellen.

Am Nachbarstand ging es ebenfalls um den Einsatz von Tieren in der Forschung, allerdings eher um die Kontroverse, ob und wie Mäuse, Ratten, Kaninchen oder Fische in Laboren gehalten und an ihnen Experimente vorgenommen werden sollten. Darüber hatte es in den vergangenen Monaten Diskussionen gegeben, nachdem am DKFZ Experimente an Mäusen in die Kritik geraten waren. Auch über die Ausbildungsberufe des DKFZ konnte man sich informieren. Der angehende Biologielaborant Leon Wambach zeigte seinen Eltern Instrumente wie Pipetten und Reagenzgläser. „Das Angebot des DKFZ klang vielversprechend“, begründete er die Wahl seines Arbeitgebers.

Lustige „Physikanten“

Einen unterhaltsamen Höhepunkt boten die Schauspieler Rainer Grünebaum und Engelbert Kobelun als Komödiantenduo „Die Physikanten“. So ließen sie in einem Hörsaal ein Wasserfass explodieren.

In der Pädagogischen Hochschule (PH) ging es um erneuerbare Energien. An einem Windradmodell blieb Christian Froese aus Eppelheim mit seinem Sohn Emilio stehen. „Wir waren letztes Jahr schon bei der Nacht der Forschung und haben jetzt über Facebook davon erfahren“, erklärte er. Der Student Karl Wutzer zeigte ihnen, warum Windräder drei Rotorblätter haben und wie damit Strom erzeugt wird. Um den Weinanbau ging es im Spätfrostsimulator bei Kai Guckes. Später Frost richte bei Trauben großen Schaden an.

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