Metropolregion

Landau Stadtbekannter Fassadenschmierer stand bereits zweimal wegen Sachbeschädigung vor Gericht

Wildplakatierer erneut angeklagt

Archivartikel

Landau.Der polizeibekannte Plakatekleber von Landau ist erneut wegen Sachbeschädigung angeklagt worden, weil er wieder Schilder mit selbst gefertigten Postern „verziert“ hat. Obwohl der mittlerweile 55-jährige Mann im März vom Landgericht wegen Sachbeschädigung in 28 Fällen zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden ist, kann er das Kleben offenbar nicht lassen.

Überall prangen in der Südpfalz-Stadt weiße Aushänge mit provozierenden Parolen über angebliche Missstände bei Behörden, Stadtverwaltung und Justiz auf Verkehrszeichen oder Hinweisschildern. Sie verweisen auf eine Internetseite, die der Landauer mit puzzle-artig bunten „Enthüllungen“ füllt. Beim Prozess vor dem Landgericht hat sich der arbeitslose Fassadenschmierer selbst „Whistleblower“ – also Skandalaufdecker genannt und sich in eine Reihe mit WikiLeaks-Gründer Julian Assange gestellt.

Haftstrafe noch nicht angetreten

Gegen das Urteil hat der mutmaßliche Fassadenschmierer Revision eingelegt. Da darüber noch nicht entschieden ist, musste er die Haftstrafe bislang nicht antreten. Laut Staatsanwaltschaft hat er seine Freiheit dazu genutzt, vom 23. März bis 27. Juli sechs Verkehrs- und fünf Tourismusschilder der Stadtverwaltung sowie eine private Werbeanlage zu „verschönern“. Da er dafür einen nicht wasserlöslichen Sprühkleber benutzte, ließen sich die „Enthüllungen“ nicht rückstandsfrei entfernen. Die Behörde rechnet deshalb mit einem Schaden von 5000 Euro.

Wie bereits das Landgericht geht auch die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Mann wegen einer psychischen Erkrankung bei Begehung der Taten vermindert schuldfähig, aber nicht schuldunfähig war. Bereits 2012 stand er wegen derselben Straftaten vor Gericht. Damals war er zwei Jahre in einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden. Der Maßregelvollzug hatte laut Gericht aber nicht zu einer Verhaltensänderung geführt. sin