Metropolregion

Landau Bundesgerichtshof weist Revision eines verurteilten Fassadenschmierers als unbegründet zurück

Wildplakatierer muss ins Gefängnis

Landau.Der als „Landauer Wildplakatierer“ bekanntgewordene 55-Jährige muss seine im März dieses Jahres ausgesprochene Haftstrafe nun bald antreten. Wie das Landgericht Landau mitteilte, hat der Bundesgerichtshof die Revision des Mannes durch Beschluss als unbegründet zurückgewiesen. „Damit ist die Verurteilung wegen Sachbeschädigung in 28 Fällen zu zweieinhalb Jahren Haft rechtskräftig“, berichtet ein Behördensprecher.

Die weißen Plakate mit provozierenden Parolen über angebliche Missstände prangen auch heute noch auf Verkehrsschildern, Parkleithinweisen und sogar auf den Werbetafeln für den Landauer Weihnachtsmarkt, der gerade erst begonnen hat. Damit will der 55-Jährige – der sich beim Prozess als „Whistleblower“ bezeichnete – wie WikiLeaks-Gründer Julian Assange Skandale aufdecken.

Erneute Anklage

Aufgrund seiner laufenden Revision hatte der 55-Jährige die Strafe bislang nicht antreten müssen. Seine Freiheit hat er nach Angaben der Landauer Staatsanwaltschaft für weitere „Verschönerungsaktionen“ genutzt. Deshalb sei er im Herbst erneut wegen Sachbeschädigung angeklagt worden. So soll er von März bis Juli sechs Verkehrs- und fünf Tourismusschilder sowie eine Werbeanlage mit seinen klebrigen Kommentaren verziert haben. Die Landauer Stadtspitze hatte nach der Verurteilung im März erklärt, die verunstalteten Schilder erst auszutauschen, wenn der Plakatekleber seine Haftstrafe angetreten hat.

Landgericht und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass der Mann wegen einer psychischen Erkrankung bei Begehung der Taten vermindert schuldfähig, aber nicht schuldunfähig war. Bereits 2012 stand er wegen der gleichen Straftaten vor Gericht und war zwei Jahre in einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden. Der Maßregelvollzug hatte laut Gericht nicht zu einer Verhaltensänderung geführt. sin