Metropolregion

Zahlreiche Feuerwehreinsätze wegen Unwetter in der Region - Baugrube am City-Airport abgesichert

Archivartikel

Rhein-Neckar.Unwetter und Starkregen sind am Donnerstagabend über die Region gezogen und haben mehrere Schäden verursacht: Eine Baugrube am City-Airport in Mannheim-Neuostheim drohte einzustürzen.  Mittlerweile wurde sie durch die Berufsfeuerwehr abgesichert. Es wurde zunächst noch überprüft, ob ein angrenzendes Gebäude in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Starkregen hatte sich auf einem benachbarten Parkplatz "etwa knöchelhoch" aufgestaut und war in der Nacht zum Freitag teilweise in die Baugrube geflossen, teilte ein Sprecher der Polizei in Mannheim mit. Feuerwehrleute und Mitglieder des Technischen Hilfswerks aus Mannheim und Ladenburg versuchten, die mit Wasser vollgelaufene Baugrube so zu sichern, dass der benachbarte frühere Tower nicht einstürzen kann. "Die Situation ist statisch problematisch", sagte Jens Tischer vom Führungsdienst der Berufsfeuerwehr am Freitagvormittag. Durch Auspumpen sowie mit an den Spundwänden gestapelten Sandsäcken werde alles versucht, dass das neben der Baugrube liegende Gebäude nicht unterspült wird.

Offenbar ist Wasser sowohl von der Seckenheimer Landstraße als auch dem Flugplatz-Parkplatz in die Baugrube gelaufen. "Bei uns auf dem Parkplatz stand das Wasser bis zum Bodenblech der Autos", so Reinhard Becker, Geschäftsführer des Flugplatzes. Auch die Flugplatzfeuerwehr selbst war im Einsatz, Keller auf dem Gelände auszupumpen. Der Flugbetrieb war und ist aber nicht beeinträchtigt. "Wir haben alle Maschinen 'runtergebracht, die landen wollten", so Becker. Der alte Tower hat auch keine Funktion mehr für den Flugbetrieb. Auch die Polizei, die dort lange eine Station unterhielt, ist inzwischen aus dem Gebäude ausgezogen. Er ist vermietet an das benachbarte Restaurant "Lindbergh", das laut  Becker selbst von dem Unwetter nicht beeinträchtigt wurde.

Die Seckenheimer Landstraße ist stadteinwärts ab der Zufahrt zum Parkplatz des City-Airports gesperrt. Die Gegenfahrbahn ist von der Sperrung nicht betroffen. Die Seckenheimer Landstraße war im Bereich des City Airport für die Arbeiten zeitweise in beide Richtungen gesperrt. Für den Schwerlastverkehr war die gesamte Seckenheimer Landstraße gesperrt.

In der ganzen Nacht gab es in Mannheim 50 Einsatzstellen der Feuerwehr, vorwiegend vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßenabschnitte und Unterführungen oder abgerissene Äste auf der Fahrbahn. Ein Schwerpunkt war Neuostheim und Neuhermsheim, zudem Teile von Feudenheim und im Rhein-Neckar-Kreis die Gemeinde Edingen-Neckarhausen. Dort fiel außerdem kurzzeitig der Strom aus.

"Wir haben Gesamtalarm ausgelöst", so Jens Tischer von der Feuerwehr. Neben den hauptamtlichen Kräften waren Ehrenamtliche aller Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Man rechne mit weiteren Anrufen am Morgen, wenn die Leute aufgestanden seien und Schäden entdeckten.

Außerdem wurde die Ludwigshafener Straße zwischen Fahrlachtunnel und SAP Arena teilweise überflutet. In der Pfingstweidstraße lief eine Unterführung voll Wasser, die A 656 zwischen den Autobahnkreuzen Mannheim und Heidelberg sowie die B 37 (Wilhelm-Varnholt-Allee) waren ebenfalls stellenweise überflutet.

Stromausfall am Hauptbahnhof Heidelberg

Ein Stromausfall am Heidelberger Hauptbahnhof und ein Blitzeinschlag in Heidelberg-Pfaffengrund/Wieblingen sorgten am Abend für Beeinträchtigungen im Zugverkehr zwischen Mannheim und Heidelberg. Wie die Bahn auf Anfrage mitteilte, fiel der Strom am Hauptbahnhof nur kurzfristig aus, ein Blitzeinschlag in Heidelberg-Pfaffengrund/Wieblingen verursachte aber kurz darauf eine Signalstörung zwischen Mannheim-Friedrichsfeld Süd und Heidelberg-Pfaffengrund/Wieblingen. Diese dauerte bis etw 2 Uhr an.

Ludwigshafen: Blitz in Brauerei eingeschlagen 

Ein Blitz schlug in einen etwa 30 Meter hohen Kamin der Brauerei Mayer in Ludwigshafen-Oggersheim ein, teilte die Feuerwehr mit. Der Kamin ist in der Mitte aufgerissen, ein tiefer Riss zieht sich durch. Die Trümmerteile flogen bis zu 50 Meter weit und beschädigten Autos. Verletzt wurde niemand. Der Bereich um die Brauerei wurde weiträumig abgesperrt, Schilder mit "Lebensgefahr" wurden am Freitagvormittag aufgestellt. Das Technische Hilfswerk (THW) Landau überprüfte zunächst mit einem Einsatzstellen-Sicherungssystem, ob der Turm sich bewegt oder einsturzgefährdet ist. 

Außerdem rückte die Feuerwehr zu mehreren Wasserschäden aus. Auch die Freiwilligen Feuerwehren Oppau, Stadtmitte und Ruchheim waren im Einsatz. Die Stadt sei aber glimpflich davongekommen, sagte ein Polizeisprecher am Freitagmorgen. Weitere Verletzte oder Gebäudeschäden gab es demnach nicht.

Auch die Schillerstraße musste wegen der Auswirkungen heftiger Gewitter für den Verkehr voll gesperrt werden. Wie die rnv am Freitag mitteilte, müssen die Buslinien 72 und 73 bis auf Weiteres umgeleitet werden. 

Neckarhausen/Ladenburg: Fährbetrieb erst ab 10 Uhr

Durch den Stark- und Dauerregen kletterte der Pegel des Neckars für die Fähre zwischen Neckarhausen und Ladenburg über die kritische Grenze. Der Fährbetrieb beginnt deshalb voraussichtlich erst ab 10 Uhr. Das teilte der Betreiber auf Facebook mit. Am Abend gibt es wegen des Open-Air-Konzertes mit „Fanta Vier“ auf der Festwiese in Ladenburg von 22.15 bis 23.15 Uhr zusätzliche Fahrten.

Hangrutsch in Bad Dürkheim

Heftiger Regen sorgte in Bad Dürkheim für vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, stand das Wasser infolge des Regens im Ortsteil Hardenburg am Donnerstag zwischenzeitlich fast einen Meter hoch auf der Straße. Die Bundesstraße 37 war am Abend im überschwemmten Gebiet für mehrere Stunden gesperrt. An einem Hang unterhalb der Hardenburg kam es zu einem Erdrutsch. Zwei Einfamilienhäuser mussten dort evakuiert werden. Die Bewohner konnten einem Sprecher der Stadt zufolge aber mittlerweile in ihre Häuser zurückkehren.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat auch für Freitag eine Warnung vor schwerem Gewitter für die Städte Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen sowie große Teile der Region herausgegeben. aAb der Mittagszeit kann mit Starkregen, einzelnen starken Gewittern, Sturmböen und Hagel gerechnet werden. Teilweise seien Hagelkörner mit bis drei Zentimenter Durchmesser wahrscheinlich. (dpa/kris/dls/hje/pwr/jei)

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