Metropolregion

Revision Frankenthaler Richter befassen sich mit Mittäterin

Zweiter Prozess um Doppelmord

Frankenthal.Die Entführung und Ermordung von zwei Unternehmern aus Ludwigshafen und Brühl wird am Mittwoch vor dem Frankenthaler Landgericht erneut juristisch aufgearbeitet. Wie berichtet, hatte der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil gegen eine mutmaßliche Mittäterin im Juli aufgehoben. Der BGH hatte die Feststellungen der Ersten Strafkammer im Bezug auf ihren Tatbeitrag als nicht ausreichend eingestuft. Deshalb kassierten die Karlsruher Richter ihre Verurteilung wegen erpresserischen Menschenraubs und wegen Mordes zu lebenslanger Haft.

Lockvogel gespielt?

Die Erste Strafkammer war beim Urteilsspruch im September 2018 davon überzeugt, dass die Frau bei der Entführung der beiden Unternehmer den Lockvogel spielte. Sie soll sowohl den Automatenaufsteller aus Brühl als auch den Ludwigshafener Unternehmer unter einem Vorwand in eine dunkle Lagerhalle nach Mannheim gelotst haben, wo beide überwältigt und gefesselt worden waren. Einen Supermarktbetreiber, der ebenfalls entführt werden sollte, hatte die dreifache Mutter nach Einschätzung der Richter gewarnt, weil er Kinder hat und sie einen tödlichen Ausgang befürchtete. Nun muss die Zweite Strafkammer herausfinden, welche Rolle die Frau gespielt hat.

Auch die Revision des mutmaßlichen Drahtziehers der Morde – bei dem die Kammer auch die besondere Schwere der Schuld feststellte – hatte teilweise Erfolg. So hob der BGH die Entscheidung des Landgerichts über die Sicherungsverwahrung des Mannes auf. 

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