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Internet Verbraucherschützer kritisieren Produkt-Rezensionen

Bewertungen oft ungeprüft

München.Bei Bewertungen im Netz bleiben Verbraucher besser skeptisch. Denn sie werden längst nicht immer gründlich genug geprüft. Das zeigt eine Analyse der Verbraucherzentrale Bayern. Demnach könnten Bewertungen wesentlich verlässlicher sein, wenn Portale und Online-Shops mehr Instrumente zum Enttarnen von Fälschungen nutzen würden. Dazu gehören die automatische Kontrolle durch Algorithmen, eine Missbrauchsmeldefunktion für Nutzer und die Prüfung auffälliger Bewertungen durch eigene Mitarbeiter. Eine Kombination aller drei Instrumente bietet entsprechend den besten Schutz vor Manipulationen. Nicht alle Portale arbeiteten aber so genau, kritisiert die Verbraucherzentrale.

Gutscheine zur Belohnung

Im besten Fall nutzen Seitenbetreiber nämlich alle drei Prüfverfahren und setzen für Verbraucher ausschließlich ideelle Anreize, um Bewertungen abzugeben. Im schlechtesten Fall hätten Prüfverfahren hingegen nur einen geringen Stellenwert, und Verbraucher werden noch dazu mit Belohnungen wie Gutscheinen dazu motiviert, Bewertungen abzugeben.

Im Zweifel ist also der Verbraucher gefordert, Bewertungen richtig einzuordnen – eine Detektivarbeit, die am Ende jedoch auch keine Gewissheit garantiert. Grundsätzlich sollten sie stets im Blick behalten, dass Bewertungen von Herstellern, Händlern, Produktester-Clubs oder Vorteilsprogrammen beeinflusst worden sein könnten, da sie alle Interesse an möglichst guten Bewertungen haben, erklärt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und rät, sich folgende Fragen zu stellen: Welches Wissen mag der Verfasser einer Bewertung haben? Was hat er wirklich geprüft? Welche Absicht verfolgt er?

Vergleich mit Alternativen

Und selbst wenn eine Rezension authentisch erscheint, gelte: Gerade Produktbewertungen sind oft nicht mehr als ein persönlicher Eindruck, so die Verbraucherschützer. Laien fehlten für die tiefergehende Beurteilung meist sowohl das Fachwissen als auch Test- und Vergleichsmöglichkeiten.

In unabhängigen, großen Tests wie etwa bei der Stiftung Warentest fänden dagegen viele verschiedene Produkte Berücksichtigung. Denn wie gut ein einzelnes Produkt ist, zeige sich häufig erst beim Vergleich mit Alternativen. tmn