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Betriebssystem In den Einstellungen können Verbraucher den Einblicken des Konzerns einen Riegel vorschieben

Datenschutz unter Windows 10

Archivartikel

Hannover.Zum Start von Windows 10 wurde Microsoft von Verbraucherschützern stark kritisiert. Das neue Betriebssystem des Softwareriesen sammle zu viele Daten, so der Vorwurf. Mittlerweile hat es mehrere Updates gegeben, und Nutzer werden nun klarer auf die Einstellmöglichkeiten hingewiesen. Aktiv werden muss man aber selbst.

Wer Microsoft und anderen keine weitreichenden Einblicke in sein Nutzungsverhalten gewähren will, sollte die Standard-Einstellungen ändern, rät Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Diese Datensparsamkeit sei wichtig: „Nicht nur Werbung, sondern auch Vertragskonditionen, Preise und Rabatte können grundsätzlich an die Konsum- und Verhaltensprofile angepasst werden.“ Die Folge: Verbraucher werden am Markt ungleich behandelt. Der Verbraucherschützer rät deshalb: „Dienste, die Sie nicht brauchen oder deren Aktionen Sie nicht verstehen, sollten deaktiviert werden.“

Blockierte Funktionen

Das geht direkt nach der Installation eines Updates. Dann stellt die Software einige Datenschutzfragen automatisch. Wer es bereits installiert hat, klickt auf „Start“ und findet unter „Einstellungen“ den Unterpunkt „Datenschutz“. „Erst einmal kann man hier alles relativ schmerzfrei ausschalten“, sagt Jan Schüßler von der Fachzeitschrift „c’t“. Es könne dann zwar passieren, dass Funktionen blockiert seien – zum Beispiel die Ortung durch Google Maps bei ausgeschalteter Standorterkennung. Die Apps teilen das dem Nutzer aber mit. „Es ist sehr selten, dass etwas einfach so abstürzt.“

Wer sich durch die Datenschutzeinstellungen klickt, kommt als Erstes auf den Reiter „Allgemein“. Die Verwendung der Werbe-ID sollte dort deaktiviert sein. Unter dieser wird gespeichert, für welche Produkte sich der Nutzer interessiert und was er sich auf Internetseiten anschaut, erklärt Hauke Mormann. Mit Hilfe dieser Informationen kann passende Werbung geschaltet werden. Aus ähnlichen Gründen sollten die Punkte „Websites den Zugriff auf die eigene Sprachliste gestatten“ und „Windows erlauben, das Starten von Apps nachzuverfolgen“ ausgeschaltet sein.

Wer seinen Computer nicht per Sprache steuern möchte, kann die Spracherkennung ausschalten. Der Sprachassistent Cortana ist nicht ohne weiteres vollständig abzuschalten. Die Software lasse sich gut ausblenden, aber nicht ganz deaktivieren, erklärt Jörg Geiger vom Magazin „Chip“. Das sei nur über die Registry möglich, in der das Betriebssystem und andere Anwendungen Einstellungen speichern.

Unter „Diagnose“ empfiehlt Hauke Mormann, die Einstellung „Einfach“ zu wählen. „So erhält Microsoft weniger Infos über Ihr Nutzerverhalten.“ Die Funktion „Freihand- und Eingabeerkennung verbessern“ kann ebenfalls abgeschaltet werden, wenn der Rechner nicht per Sprache oder Stift gesteuert werden soll. Bei „Feedbackhäufigkeit“ rät er zur Einstellung „Nie“, damit Microsoft nicht automatisch und unbemerkt Nutzerdaten abruft.

Wer nicht auf mehreren Geräten mit Windows 10 arbeitet, kann unter „Aktivitätsverlauf“ alle Funktionen deaktivieren. „Weiter unten in dem Fenster können Sie dann auch veranlassen, dass eventuell bereits aufgezeichnete Aktivitäten gelöscht werden“, sagt Mormann.

Die Positionserkennung kann ausgeschaltet werden. Wer sie lieber eingeschaltet haben möchte, um Anwendungen besser zu nutzen, legt einzelne Apps fest, die auf die Daten zugreifen dürfen.

Unter dem Punkt „Kamera“ lässt sich bestimmen, ob diese aktiv sein soll und welche Programme sie nutzen dürfen. „Wichtig ist das etwa für Video-Chats wie Skype. Benötigen Sie die Kamera gerade nicht, sollte sie aus Sicherheitsgründen abgeschaltet sein“, sagt Mormann. Gleiches gelte für das Mikrofon.

Wer bei Microsoft ein Konto eingerichtet hat, kann unter „Kontoinformationen“ entscheiden, welche Apps darauf zugreifen dürfen. „Generell braucht man kein Microsoft-Konto, um Windows 10 zu nutzen“, sagt Jan Schüßler. Und wer ein Konto hat, muss nicht alles darüber laufen lassen, sondern kann einzelne Apps auswählen. Alternativ können Nutzer ein lokales Konto einrichten.

Info: Mehr Tipps in der Langfassung: morgenweb.de/multimedia