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Inkasso-Firmen: Online-Käufer zahlen oft schlecht

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Zahlungsmoral lässt nach

Berlin (dpa) - Mit dem Kaufen soll es schnell gehen, beim Bezahlen haben es die Kunden dann nicht mehr so eilig. Dieses Bild zeichnen die Inkasso-Unternehmen von einem wachsenden Teil der Verbraucher.

«Bei Privatkunden haben wir ein laxeres Verhalten hinsichtlich der Rechnungstreue», sagte Kirsten Pedd, die Präsidentin des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen, in Berlin. Aus Sicht der Mitgliedsunternehmen habe sich die Zahlungsmoral leicht verschlechtert - obwohl es vielen Verbrauchern finanziell besser gehe als früher. «Sie sagen sich: Dann zahl ich halt Mahnkosten.»

Besonders der Online- und Versandhandel hat demnach Probleme mit säumigen Kunden, es folgen Energieversorger und Handwerker. Hauptgrund sei nicht mehr Überschuldung, sondern «unkontrolliertes Konsumverhalten», wie aus einer Branchenumfrage hervorgehe. Unternehmen zahlten ihrer Rechnungen dagegen pünktlicher als noch im vergangenen Jahr.

Die Inkasso-Branche steht immer wieder in der Kritik. Erst am Dienstag hatte Verbraucherschützer überhöhte Gebühren für Schuldner bemängelt. Pedd wies diesen Vorwurf zurück. Der Verband kündigte an, im nächsten Jahr einen Verhaltenskodex für seine Mitgliedsunternehmen vorzulegen. Es gehe um Regeln für ein faires Inkasso, sagte Pedd. Dabei sollten auch Kritiker der Branche mitreden.

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