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Telekommunikation Stiftung Warentest kritisiert Anbieter

Kunden mangelhaft informiert

Archivartikel

Berlin.Seit gut einem halben Jahr gibt es die Telekommunikations-Transparenzverordnung. Sie verpflichtet Mobilfunk- und Festnetzanbieter dazu, Kunden genau über Vertragsdetails und realistische Anschlussgeschwindigkeiten zu informieren. Wie eine Untersuchung von Stiftung Warentest zeigt, informieren die Anbieter allerdings alles andere als transparent.

Von fünf untersuchten Anbietern für Festnetz- und Mobilfunkanschlüsse mit bundesweitem Filialnetz fielen vier mit „inakzeptabel“ glatt durch. Lediglich die Telekom erhielt die Wertung „bedenklich“. Die vorgeschriebenen Produktinformationsblätter wurden meist nicht ausgehändigt. Sie geben Aufschluss über Kündigungstermine oder geben an, mit welchen Up- und Downloadgeschwindigkeiten Kunden realistisch rechnen können. Detailfragen dazu wurden nur zum Teil angemessen beantwortet.

Allgemein bemängelten die Tester, dass die Transparenzverordnung bei der Schulung der Mitarbeiter wohl keine große Rolle spiele. Oliver Griess von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät, gezielt nach den Produktinformationsblättern zu fragen.

Nachbesserung einfordern

Neben der oft schwachen Beratung im Laden haben die Warentester auch im Netz Mängel festgestellt. Wer online einen neuen Anschluss bestellt, muss sich die nötigen Informationen oft mühsam zusammensuchen. Häufig waren die Produktinformationen nicht direkt über die Angebotsseiten zu erreichen, hatten inhaltliche Mängel oder waren erst gar nicht auffindbar. Insgesamt wurden 31 Anbieter geprüft – 15 Anbietern wurden dabei mit „angemessen“, sieben mit „bedenklich“ und neun mit „inakzeptabel“ bewertet.

Allerdings: „Die Transparenzverordnung hat keine direkten Rechtsfolgen“, betont Verbraucherschützer Griess. Wird man schlecht informiert oder erhält nicht die versprochenen Leistungen, kann man allenfalls Nachbesserung einfordern. Etwa, indem man seine Internet-Datenraten über die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur dokumentiert und den Anbieter damit konfrontiert. Dafür sind rund 20 Messungen in zwei Tagen nötig. Unklar ist, ob Kunden bei mangelnder Transparenz ein Sonderkündigungsrecht haben.