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MVV Energie Mannheimer Unternehmen stärkt Handelsgeschäft mit Zukauf / Tochterunternehmen wird von Knettenbrech und Gurdulic übernommen

Datenspezialist gekauft, Abfallentsorger verkauft

Mannheim.Die Mannheimer MVV Energie baut ihr Geschäft weiter aus. Wie der Mannheimer Versorger am Montag mitteilte, hat er die Erfurter EnDaNet, einen Spezialisten für Energiedienstleistungen und Datenmanagement, erworben. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die kartellrechtliche Prüfung des Geschäfts steht noch aus.

„EnDaNet ist ein Unternehmen, das unsere Dienstleistungspalette im Bereich des Energiehandels sinnvoll ergänzt“, sagte ein MVV-Sprecher über den Zukauf. „Wir binden es jetzt ein in unser gesamtes Handelsportfolio, um die komplette Dienstleistungskette für andere Stadtwerke und Netzbetreiber anbieten zu können.“

EnDaNet wurde im Jahr 2000 gegründet und erwirtschaftete zuletzt mit rund 20 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von knapp 160 Millionen Euro. Der Standort Erfurt soll erhalten und zukunftsorientiert weiterentwickelt werden, kündigte die MVV-Tochtergesellschaft Trading als neue Besitzerin an.

Aktivitäten im Süden ergänzt

Gleichzeitig trennt die MVV sich von einem Tochterunternehmen im Umweltgeschäft. Das Entsorgungsunternehmen Knettenbrech und Gurdulic (K+G) hat den Entsorger Götzfried und Pitzer mit Sitz in Ulm erworben. „Wir freuen uns, Götzfried und Pitzer zu erwerben und das Unternehmen weiter zu entwickeln“, sagte Bertram Scholtes, Geschäftsführer von K+G, einer Mitteilung zufolge. Der Zukauf solle die Aktivitäten als breit aufgestellter Dienstleister in Süddeutschland ergänzen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Götzfried und Pitzer ist ein mittelständisches Unternehmen der Abfallentsorgung mit Standorten in Ulm/Neu-Ulm sowie Türkheim (Kreis Unterallgäu). Es beschäftigt rund 60 Mitarbeiter und erwirtschaftete laut Mitteilung zuletzt einen Jahresumsatz von rund 14 Millionen Euro. Die MVV hatte den Entsorger 2010 im Zusammenhang mit ihrem Engagement im Industriepark Gersthofen erworben. Für das dortige Kraftwerk liefert das Unternehmen Abfall als Brennstoff.

K+G-Geschäftsführer Scholtes kündigte Investitionen bei Götzfried und Pitzer an. Den Zukauf ordnete Scholtes als Teil der aktuellen Konsolidierung der Abfallwirtschaft ein – viele kleine Anbieter werden von Branchengrößen übernommen, etwa weil sie gesetzliche Anforderungen mit ihren Anlagen oder aufgrund fehlenden Kapitals nicht mehr erfüllen können.

K+G zählt nach eigenen Angaben zu den führenden Unternehmen der Abfallwirtschaft. Das 2001 in Wiesbaden gegründete Familienunternehmen beschäftigt mehr als 1300 Mitarbeiter an 14 deutschen Standorten, darunter Mannheim mit 80 Beschäftigten. Der Umsatz lag zuletzt bei mehr als 200 Millionen Euro. In der Metropolregion Rhein-Neckar entsorgt K+G unter anderem die Gelbe Tonne in Mannheim, den Glasabfall in Ludwigshafen sowie Gewerbeabfälle.