MVV

Entscheidende Frage offen

Fernwärme ist eine relativ umweltfreundliche Art des Heizens. Schon heute ist sie Experten zufolge effizienter und damit klimaschonender als etwa eine einzelne Gasanlage. Und mit dem Einstieg in die Nutzung erneuerbarer Energien wird diese Bilanz noch besser. Wie wichtig das ist, muss man angesichts des drohenden Klimawandels eigentlich kaum noch betonen. Die MVV ist also mit dem Anschluss ihres Müllheizkraftwerks an das Fernwärmenetz auf dem richtigen Weg. Doch der ist noch lang.

Selbst wenn das Unternehmen auch sein Biomassekraftwerk anbinden sollte, fehlen für das kohlelose Zeitalter theoretisch immer noch rund 60 Prozent des gesamten jährlichen Wärmebedarfs. Und zur Spitzenzeit im Winter dürfte die Lücke noch größer sein. Die entscheidende Frage lautet also: Wo kommt künftig die Fernwärme für die Region her? Noch weiß niemand die Antwort.

Das ist zwar verständlich, weil die Wärmewende (noch) komplexer ist als die Stromwende. Und weil neue Techniken nicht vom Himmel fallen, sondern erforscht und intensiv erprobt werden müssen. Schließlich muss hier das Gleiche wie beim Strom gelten: Die Versorgungssicherheit steht über allem.

Umso unverständlicher ist es jedoch, dass die Bundesregierung mit dem Kohleausstiegsgesetz die Herausforderung nochmals in die Höhe geschraubt hat, und dem Grosskraftwerk Mannheim (GKM) nun bereits 2033 das Aus droht. Energiewirtschaftlich gesehen ist das fast übermorgen. Bei allem Verständnis für die strukturschwachen Braunkohleregionen: Das geht zu weit.