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Mannheimer MVV erhöht Strompreise um 6,2 Prozent

Mannheim/Karlsruhe.Auf die Haushalte im Südwesten kommen höhere Energiekosten zu. Sowohl der Mannheimer Versorger MVV als auch die Karlsruher EnBW kündigten gestern steigende Tarife für Strom an, bei der EnBW auch für Gas. Als Grund nannten beide Unternehmen vor allem gestiegene Beschaffungskosten.

Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden Strom (Grundtarif) müsse sich ab dem 1. Januar 2019 auf jährliche Mehrkosten von rund 58 Euro oder 6,2 Prozent einstellen, teilte die MVV gestern mit. Damit liegt der Mannheimer Versorger leicht über den Erwartungen des Heidelberger Verbraucherportals Verivox, das die Preise auf dem Energiemarkt kontinuierlich beobachtet. Darauf aufbauend rechnet Verivox damit, dass die Stromtarife im kommenden Jahr für Verbraucher um zwei bis fünf Prozent steigen werden. Ein Sprecher erklärte das überdurchschnittliche Plus damit, dass die MVV ihre Strompreise in den vergangenen fünf Jahren – trotz gestiegener staatlicher Steuern und Abgaben – nicht angehoben habe. „Doch jetzt haben wir das nicht mehr ausgleichen können“, so der Sprecher. Zudem gebe man für das gesamte nächste Jahr eine Preisgarantie.

Als Grund für die Erhöhung nannte der Sprecher „stark angestiegene Großhandelspreise an den Strombörsen und die zum Jahreswechsel steigendenden Netzentgelte“. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft sind die Großhandelspreise für Strom an der Leipziger Energiebörse EEX seit 2016 tatsächlich um mehr als 50 Prozent gestiegen. Allerdings machen sie nur etwa 20 Prozent am endgültigen Strompreis aus, mehr als 50 Prozent entfallen auf Steuern, Abgaben und Umlagen.

Allein die sogenannte EEG-Umlage, mit der der Umstieg auf Ökostrom finanziert wird, macht etwa ein Viertel des Strompreises aus. Sie wird zum Jahreswechsel um knapp sechs Prozent gesenkt. Das habe aber die höheren Beschaffungskosten und Netzentgelte nicht ausgleichen können, so der MVV-Sprecher.

Bei Gastarif werde es 2019 dagegen keine Preiserhöhung geben, sagte er weiter. „Und das bereits im sechsten Jahr in Folge“. 2017 habe man die Gaspreise sogar leicht senken können. Steigen soll zum 1. Januar dagegen der Wasserpreis, ein Drei-Personenhaushalt müsse sich auf ein Plus von 5,50 Euro pro Jahr (rund zwei Prozent) einstellen. Grund sei die Erhöhung des sogenannten Wasserpfennigs, das von Wasserversorgungsunternehmen landesweit zu erheben sei und deshalb weitergegeben werde.

Günstiger kommen die EnBW-Kunden davon. Bei einen typischen Haushalt mit drei Personen lägen jährlichen Mehrkosten für Strom bei 36,83 Euro oder 3,8 Prozent. Für Gaskunden fällt die Steigerung stärker aus. Ein Haushalt mit 20 000 kWh Verbrauch muss demnach 106 Euro jährlich mehr zahlen, was ein Plus von 8,5 Prozent bedeutet. (mit dpa)

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