MVV

Quartalszahlen Unternehmen hält trotz durchwachsener Bilanz an Jahresprognose fest / Forderungen an Wirtschaftsminister Altmaier

MVV drängt auf Windkraft-Ausbau

Mannheim.Angesichts des starken Rückgangs beim Ausbau der Windkraft in Deutschland drängt die Mannheimer MVV Energie AG auf eine Verkürzung der Genehmigungsverfahren. „Dem einhelligen Bekenntnis der Politik zu Klimaschutz und zu den eigenen Ausbauzielen für die erneuerbaren Energien müssen nun auf allen Ebenen konkrete Maßnahmen folgen“, sagte MVV-Chef Georg Müller bei der Vorlage des Ergebnisses der ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres 2019.

Dafür sei beispielsweise eine ausreichende personelle und technische Ausstattung der zuständigen Behörden nötig. Auch die Rechtssicherheit für laufende und erteilte Genehmigungen müsse erhöht werden. Und schließlich warnte Müller vor neuen regulatorischen Hürden.

Im ersten Halbjahr 2019 war der Neubau bei der Windkraft an Land im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 82 Prozent eingebrochen. Der Bundesverband Windenergie hatte die Politik deshalb zu einem Windenergie-Gipfel aufgerufen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will deshalb nach der Sommerpause zu einer Konferenz einladen. Dabei soll es darum gehen, sich mit rechtlichen Fragen zur Genehmigung zu beschäftigen. Es solle auch Thema sein, wie Ausbauziele bei erneuerbaren Energien bis 2030 erreicht werden könnten. Derzeit liegt der Anteil bei gut 40 Prozent, Ziel sind 65 Prozent bis zum Jahr 2030.

Erneuerbare stützen den Umsatz

Der Präsident des Windkraftverbandes BWE, Hermann Albers, sagte, der Neubau-Rückgang im ersten Halbjahr 2019 sowie die schleppende Genehmigungssituation gefährdeten den Erfolg der Branche zunehmend – mit spürbaren Auswirkungen auf die Wertschöpfung und Beschäftigung.

Die MVV macht mittlerweile rund ein Fünftel ihrer Umsätze mit erneuerbaren Energien. In den ersten neun Monaten trug dieses Segment 75 Millionen Euro (plus 14 Prozent) zum operativen Ergebnis bei.

Insgesamt laufen die Geschäfte bei den Mannheimern derzeit etwas schleppend. Nach neun Monaten im Geschäftsjahr 2018/19 (endet am 30. September) liegen alle wichtigen Kennzahlen teils deutlich im Minus. Mitte Mai hatte die MVV deshalb bereits ihre Jahresprognose nach unten korrigieren müssen. Nach einer langen Wachstumsphase sollen Umsatz und Ergebnis nun leicht unter den Werten des Vorjahres liegen. Im Geschäftsjahr 2017/18 hatte die MVV einen Umsatz von 3,9 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 228 Millionen Euro erzielt. Das MVV-Ergebnis ist seit jeher stark von den Witterungs- und Windverhältnissen sowie den Strom- und Brennstoffpreisen abhängig.