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Fußball Nationalmannschaft kämpft mit Verletzungspech

Ausfall-Flut vor dem Dreierpack

Archivartikel

Berlin.Die Tränen in den Augen von Joshua Kimmich berührten auch Joachim Löw. Die düsteren Personal-Prophezeiungen des Bundestrainers werden vor dem letzten Länderspiel-Dreierpack des an Widrigkeiten kaum zu übertreffenden Corona-Jahres bittere Realität. Mit großer Sorge musste Löw die Bilder aus Dortmund und die Nachricht der schweren Knieverletzung (Verdacht auf Meniskuseinriss) seines Führungsspielers verfolgen. Das bange Warten auf eine Diagnose aus München wurde am Sonntag begleitet von der unangenehmen Gewissheit, dass der 25 Jahre alte Bayern-Profi beim Nations-League-Ausklang 2020 definitiv ausfällt.

„Wasserstandsmeldungen“ oder „Spekulationen“, die sich Bayern-Trainer Hansi Flick umgehend verbat, gab es auch aus dem Kreise der Fußball-Nationalmannschaft nicht. Wenn Löw seinen Kader am Montag zur Mittagsstunde im Leipziger Westin Hotel versammelt, wird dem 60-Jährigen auf unangenehme Weise klar werden, dass er mit seiner Prognose recht hatte: Personell wird die pickepackevolle Saison mit der verschobenen EM als Höhepunkt im Sommer 2021 eine riesige Herausforderung.

Das gilt auch für das Testspiel gegen Tschechien am Mittwoch und die folgenden finalen Partien in der Nations League am Samstag gegen die Ukraine und drei Tage später in Spanien. „Eine Mannschaft braucht Konstanz, Automatismen, Sicherheit, blindes Verständnis untereinander. Das ist aktuell kaum darzustellen“, sagte Löw bei der Nominierung seines ursprünglich 29 Spieler umfassenden Kaders. Neben Kimmich fällt auch Leipzigs linker Verteidiger Marcel Halstenberg wegen seiner Adduktorenprobleme für die beiden Partien in seinem Heimstadion und die anschließende Reise nach Sevilla aus.

Ridle Baku dabei

Aus Paris kam eine weitere schlechte Nachricht. Rechtsverteidiger Thilo Kehrer musste beim 3:0 von PSG gegen Stade Rennes am Samstag in der ersten Halbzeit verletzt raus. Auch er kann wegen Leistenproblemen nicht nach Leipzig kommen. Nach dieser nächsten Absage reagierte Löw noch am Sonntagabend und nominierte den 22 Jahre alten Ridle Baku vom VfL Wolfsburg erstmals als Ersatzmann für die defensive Außenbahn.

Schon zuvor war klar, dass aus Verletzungs- und Corona-Gründen Niklas Süle, Kai Havertz, Lukas Klostermann, Julian Draxler, Emre Can und Suat Serdar nicht zur Verfügung stehen. Ersatztorwart Marc-André ter Stegen nimmt nach seinem Club-Comeback beim FC Barcelona noch eine DFB-Auszeit. In Summe fehlt Löw fast eine komplette Mannschaft.

Leroy Sané und Ilkay Gündogan kehren nach ihren Oktober-Zwangspausen zwar ins DFB-Team zurück, doch die hohe Ausfall-Quote erschwert Löw das Bundestrainer-Leben. 

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