Nationalmannschaft

Fußball DFB-Frauen kämpfen um Ticket für die Sommerspiele 2020 in Tokio

In Rennes geht es um viel mehr als das WM-Halbfinale

Archivartikel

Rennes.Das Halbfinale vor Augen, Olympia im Sinn – für die deutschen Fußballerinnen geht die Weltmeisterschaft in die entscheidende Phase. Nur noch einen Schritt ist das Team von Martina Voss-Tecklenburg in Frankreich vom Finalort Lyon entfernt. „Natürlich steigt die Anspannung, aber auch die Vorfreude. Wir wollen dieses Minimalziel erreichen. Mal sehen, wie weit es geht“, sagte die Bundestrainerin mit Blick auf das Halbfinale und die angestrebte Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Beide Vorschlussrunden-Partien (2./3. Juli) steigen wie das Endspiel am 7. Juli in Lyon. Für die letzte Etappe der Tour durch Frankreich steht nur noch Schweden im Weg. Im Viertelfinale am Samstag (18.30 Uhr/ARD und DAZN) in Rennes muss Deutschland gewinnen, um die Chance auf den dritten WM-Triumph und das Olympia-Ticket zu wahren.

Möglicherweise ist sogar das Erreichen des Finals notwendig, damit die Olympiasiegerinnen von 2016 in Japan ihre nächste Gold-Mission in Angriff nehmen können. Denn nur die drei besten europäischen Teams dieser WM qualifizieren sich für die Sommerspiele.

Voss-Tecklenburg verwies nochmals auf die „wahnsinnige Konstellation“ hin, dass die WM in der Endphase zur Europameisterschaft mit einem Gast aus den USA geworden ist. England steht nach dem 3:0 gegen Norwegen vom Donnerstag schon im Halbfinale. Neben Deutschland, Schweden und Frankreich haben vor den drei noch ausstehenden Viertelfinals auch die Niederlande und Italien die Chance auf das Olympia-Ticket. „Es ist jetzt so, dass du eigentlich ins Finale kommen musst, es sei denn die USA machen den Sieg gegen Frankreich klar.“ Dann wären die drei europäischen Halbfinalisten in Japan dabei, ansonsten würde der Kampf um die letzte Fahrkarte erst im kleinen WM-Finale in Nizza am 6. Juli entschieden.

Aufstellungspoker mit Marozsan

Doch das ist Zukunftsmusik. Zunächst müssen die Aufgabe gegen Schweden und das Marozsan-Rätsel gelöst werden. Voss-Tecklenburg macht bis vor dem Anpfiff am Samstag ein Geheimnis daraus, ob die deutsche Spielmacherin drei Wochen nach ihrem zum WM-Auftakt gegen China erlittenen Zehenbruch gegen Schweden wieder in der Startelf steht. „Dzsenifer wird spielen können, ob von Beginn an oder im Laufe des Spiels“, sagte sie nur. „Wir freuen uns, dass Dzseni wieder eine Alternative für uns ist. Aber wir wollen natürlich auch dem Gegner nicht zu viel verraten.“

Marozsan ist nicht nur die torgefährliche Strategin, der Dreh- und Angelpunkt und der Ruhepol im deutschen Team. Sie gilt auch als Schweden-Schreck: Sowohl im EM-Halbfinale 2013 in Göteborg (1:0) als auch im Olympia-Finale 2016 (2:0) markierte sie wichtige Treffer gegen die Skandinavierinnen. „Sie ist eine unglaublich geschickte Spielerin, die aber nicht so viel gespielt hat bei der WM. Ob das ein Vorteil oder Nachteil ist, weiß ich nicht“, rätselte Schwedens Mittelfeldspielerin Kosovare Asllani.