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Fußball Das Wichtigste, was Fans nach der EM-Verschiebung jetzt wissen müssen, im Überblick – Tickets, Reisen, Storno

Karten bleiben für 2021 gültig

Archivartikel

Berlin.Der neue Termin für die Fußball-EM steht. Nach der Verschiebung des Kontinentalturniers mit zwölf Gastgebern aufgrund der Coronavirus-Krise um ein Jahr soll die Europameisterschaft nun vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 steigen. Doch abseits davon gibt es derzeit kaum Gewissheiten im Weltfußball. Das Wichtigste, was Fans jetzt wissen müssen, im Überblick:

Wann können Fans die deutsche Nationalmannschaft das nächste Mal sehen?

Nach dem abgesagten Klassiker gegen Italien am 31. März in Nürnberg ist durch die Entscheidung der Europäischen Fußball-Union UEFA vom Dienstag für das Team von Bundestrainer Joachim Löw ebenfalls das fünf Tage zuvor geplante Testspiel in Spanien vom Tisch. Wie es danach auch mit den nationalen Ligen und den europäischen Vereinswettbewerben weiter geht, ist offen – der Kontinentalverband setzte alle Spiele für Vereine und Nationalteams „bis auf Weiteres“ aus. Eine Arbeitsgruppe soll klären, wie die Saison noch zu Ende gespielt werden kann.

Kann das Spiel Ende Mai in der Schweiz ausgetragen werden?

Dass das als EM-Test geplante Duell in der Schweiz am 31. Mai angesichts des engen Terminkalenders der Ligen stattfinden kann, erscheint derzeit fraglich. „Wir müssen nun lernen, in Szenarien zu denken“, sagte DFB-Präsident Fritz Keller zur Gesamtlage. Zur neuen Saison steht für die Löw-Auswahl der Auftakt in die Nations League gegen Spanien am 3. September an. Das für den Sommer 2021 geplante Finalturnier der zweiten Auflage des neuen Wettbewerbs muss durch den neuen EM-Termin ebenfalls verschoben werden.

Wie können Fans ihre Länderspieltickets zurückgeben?

Wenn die Karten an offiziellen Vorverkaufsstellen des DFB erworben wurden, müssen die Tickets auch wieder in dieser Vorverkaufsstelle vorgelegt werden. Der Preis für die Karte wird laut DFB erstattet, Gebühren für Service und Versand nicht. Tickets, die über Internetseiten des DFB und Call Center erworben wurden, werden automatisch storniert, der Käufer soll eine Gutschrift abzüglich Gebühren erhalten.

Und was passiert mit den Karten für die EM-Spiele?

Die Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Die UEFA betonte, dass alle Fans den Wert der Tickets ersetzt bekommen, wenn sie die Spiele im kommenden Jahr nicht besuchen können. Innerhalb eines Monats soll es weitere Informationen über die Rückerstattung geben, diese sollen via E-Mail und auf der Internetseite „euro2020.com/tickets“ verkündet werden. In den beiden bisherigen Verkaufsphasen hatte die UEFA mehr als 28 Millionen Ticketanfragen verzeichnet. Für Fans der Teams, die sich noch über die nun verschobenen Play-offs qualifizieren, sollte es noch eine weitere Verkaufsphase geben. Nun könnten weitere Tickets wieder in den Verkauf gehen, wenn es Rückläufer gibt.

Können Fans die gebuchten Reisen zu Spielen stornieren?

Das hängt nach Einschätzung von Experten davon ab, in welchem Rahmen die geplante Reise gebucht wurde. „Wenn in dem Reisepaket auch Eintrittskarten enthalten sind, gehört der Eintritt ins Stadion zum Erfolg der Pauschalreise“, sagte Paul Degott, Rechtsanwalt für Reiserecht. Damit könnten Reisende von dem Vertrag zurücktreten, da die Spiele zum geplanten Zeitpunkt abgesagt wurden. Der Reisepreis sei vollständig zurückzuzahlen, sagte Degott. Eine Veränderung oder Ergänzung des Vertrags, bei Verschiebung der Spiele auf ein anderes Datum, müsse einvernehmlich sein. Anders sieht es laut dem Reiseexperten bei Flügen und Hotels aus, die unabhängig von einem Ticket gebucht wurden. Hier gelten die normalen Stornierungsbedingungen.

Werden die EM-Spiele auf den gleichen TV-Kanälen zu sehen sein?

An der Rechtesituation ändert sich auch nach der Verschiebung nichts. ARD und ZDF werden die Europameisterschaft auch 2021 in Deutschland übertragen. Die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Sender hatten sich die Medienrechte für alle Spiele der EM gesichert und dafür bereits umfangreiche Vorbereitungen getroffen.

Und wird die EM 2021 auch wieder ein paneuropäisches Turnier? Es gibt schließlich die Diskussion, das eventuell zu ändern.

Wenn es nach UEFA-Präsident Aleksander Ceferin geht, soll die EM 2021 unter den gleichen Voraussetzungen starten wie das ursprünglich für diesen Sommer geplante Turnier mit zwölf Gastgebern, darunter München. „Wenn etwas kompliziert wird, dann können wir es auch mit elf, neun oder weniger Stadien machen. Aber der Plan ist, dass alles gleich bleibt“, sagt Ceferin. dpa