Nationalmannschaft

Fußball Bundestrainer nominiert Max und Uduokhai

Löw bleibt seiner Strategie treu

Archivartikel

Berlin.Der heftig kritisierte Joachim Löw weicht von seinem Kurs auch zum Abschluss des extrem schwierigen Corona-Jahres 2020 keinen Millimeter ab. Für die letzten drei Länderspiele holt der Bundestrainer in Felix Uduokhai und Philipp Max zwei Neulinge ohne besondere internationale Erfahrung in seinen 29-köpfigen XXL-Kader. Und acht Stammkräfte um Kapitän Manuel Neuer und Real-Madrid-Star Toni Kroos reisen in der kommenden Woche erst als Nachzügler zu den beiden Nations-League-Spielen gegen die Ukraine und in Spanien an.

Die Partie am Mittwoch in Leipzig gegen Tschechien erklärte Löw erneut zum Testlauf für Perspektivspieler und Akteure aus der zweiten Reihe. Genau für diese Strategie war der Weltmeistercoach von 2014 im Oktober von mehreren Ex-Nationalspielern kritisiert worden. Auch viele Fans schalteten den Fernseher nicht mehr ein. Der sportliche Erfolg war bescheiden, gleich mehrmals wurde in den vergangenen Länderspielen in letzter Minute ein Erfolg verspielt.

„Ich kann die Kritik nachvollziehen. Aber ich muss Entscheidungen treffen, und dies tue ich immer auch auf Basis meiner Überzeugung“, betonte Löw, der auch Hoffenheims Torhüter Oliver Baumann ins Aufgebot zurückholte. Im nächsten Sommer kommt für den 60-Jährigen das Event, an dem er sich messen lässt. „Bei der EM brauchen wir Spieler, die nach einer langen Saison frisch sind und heiß auf den Erfolg“, unterstrich Löw nochmals. Dazu kommen weiter die besonderen Herausforderungen in der sich wieder verschärfenden Corona-Lage.

Verschärfte Corona-Vorkehrungen

Er sei in seiner Rolle als Bundestrainer „in einer ganz sensiblen Position, der ich mir bewusst bin und der ich gerecht werden will“, sagte Löw und räumte ein: „Vielleicht gelingt mir da auch nicht immer alles perfekt.“ Aber eine derartige Gesamtlage, „die uns alle so fordert, haben wir so ja auch noch nicht erlebt.“ Mit Siegen am 14. November in Leipzig gegen die Ukraine und drei Tage später in Sevilla gegen Spanien kann das DFB-Team in der Nationenliga noch den Gruppensieg schaffen.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen verschärft der DFB seine Schutzmaßnahmen nochmals. Die Zahl der Testungen wird erhöht. In der Debatte um die Abstellung von Nationalspielern haben die Bundesliga-Spitzenclubs um Bayern München derweil moderate Töne angestimmt. Im Gegensatz zu Bremen und Bielefeld, die keine Reisen in Risikogebiete zulassen, planen Bayern, Leipzig und weitere Topclubs, ihre Profis normal abzustellen. dpa