Nationalmannschaft

Fußball Bundestrainer nominiert den Ex-Hoffenheimer Angreifer für richtungsweisende Nations-League-Partien

Löw überrascht mit Uth

Archivartikel

Berlin.Joachim Löw verblüfft wieder. Mit dem Schalker Überraschungs-Neuling Mark Uth und gleich 18 Spielern, die bei der größten deutschen WM-Blamage im Sommer in Russland dabei waren, geht der Bundestrainer in den besonders kniffligen Teil zwei der Wiedergutmachung und des Neubeginns. Löw berief am Freitag den 27 Jahre alten Angreifer Uth in sein 23-köpfiges Aufgebot für die Nations-League-Partien am 13. Oktober in Amsterdam gegen die Niederlande und drei Tage später in Paris gegen Weltmeister Frankreich. „Ich bin unfassbar stolz“, kommentierte Uth seine Nominierung.

„Vor uns liegen zwei wichtige Spiele, die wir sehr ernst nehmen“, erklärte der DFB-Coach. Er ist sich der weiterhin brisanten Situation reichlich drei Monate nach dem WM-Debakel bewusst. „Die Ergebnisse werden richtungsweisend für das Abschneiden in unserer Nations-League-Gruppe sein“, unterstrich Löw.

Der Abstieg droht

Sein Team muss in dem neu geschaffenen Wettbewerb unbedingt Punkte holen, sonst droht sogar der Abstieg aus der höchsten Liga A. Und die Diskussionen über die Zukunft und Konsequenzen rund um die deutschen Nationalmannschaft würden dann garantiert neue Brisanz bekommen.

Am Dienstag trifft sich das Team in Berlin zur Vorbereitung auf die Duelle mit dem Oranje-Team und Les Bleus. Die verletzten Ilkay Gündogan (Manchester City) und Nils Petersen (SC Freiburg) werden dann fehlen. Torhüter Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), Sebastian Rudy (Schalke 04) und Jonas Hector (1. FC Köln), die beim Saisonstart gegen Frankreich (0:0) und Peru (2:1) fehlten, kehren zurück. „Im Kern vertraue ich in dieser Phase den Spielern, die wir auch schon im September zusammenhatten“, sagte Löw.

Nicht berücksichtigt wurde der Leverkusener Jonathan Tah. Dass Uth zum jetzigen Zeitpunkt den Sprung in Löws Aufgebot gelingt, war nicht vorauszusehen, auch wenn der Bundestrainer begründete: „Wir haben Mark Uth schon länger beobachtet. Er ist dynamisch, schnell und strahlt immer eine gewisse Torgefahr aus.“ Nach seinem Wechsel von 1899 Hoffenheim zu Schalke in diesem Sommer hat der gebürtige Kölner Uth allerdings noch nicht gezündet.

Als Soforthilfe gegen die grassierende Torarmut im Nationalteam hat Löw den Neuling aber nicht vorgesehen. Man wolle Uth nun „gerne besser kennenlernen“, erklärte der Bundestrainer. Nach neun Pflichtspielen für die Königsblauen wartet Uth immer noch auf sein erstes Tor. Im jüngsten Ligaspiel gegen Mainz musste er sogar auf die Bank. „Wir hatten zuletzt das Gefühl, dass er ein bisschen seine Leichtigkeit verloren hat“, bemerkte Schalkes Trainer Domenico Tedesco.

Die Leichtigkeit suchen auch Löws Offensivkräfte. Hoffnung macht Marco Reus, der mit sechs Pflichtspieltoren großen Anteil am Aufschwung von Borussia Dortmund hat. Dass er dennoch der einzige BVB-Profi in Löws Kader ist, liegt vor allem daran, dass außer Reus bei den Schwarz-Gelben nur ausländische Spieler glänzen.

Der Bundestrainer muss vor allem hoffen, dass die angeschlagenen Bayern am Samstag gegen Mönchengladbach zurück in die Spur finden. Denn mit sieben Akteuren stellt der Rekordmeister die mit Abstand größte Fraktion im Nationalteam.