Nationalmannschaft

Fußball DFB-Team holt dank eines Treffers in der Nachspielzeit noch ein 2:2 gegen Frankreich

Stindl rettet deutsche Serie

Köln.Trotz einer schwachen ersten Halbzeit hat die Erfolgsserie gehalten: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bleibt nach dem 2:2 (0:1)-Unentschieden gegen Frankreich seit 21 Partien ungeschlagen. Timo Werner (56.) glich die verdiente französische Pausenführung von Alexandre Lacazette (34.) aus, nach Lacazettes zweitem Treffer (71.) sorgte Lars Stindl für das 2:2 in quasi letzter Sekunde. Die DFB-Elf verdiente sich das Remis mit einer klaren Leistungssteigerung im zweiten Abschnitt. Die letzte Partie, die der Weltmeister verloren hatte, war das EM-Halbfinale 2016 gewesen - in Marseille gegen Frankreich.

"Wir haben nie aufgesteckt, auch in schwierigen Momenten, und sind am Ende belohnt worden", sagte Siegtorschütze Stindl in der ARD. "In der zweiten Halbzeit haben wir die ganze Zeit gedrückt", sagte Aushilfs-Kapitän Sami Khedira.

Bundestrainer Joachim Löw würfelte seine Elf im Vergleich zum 0:0 in England am Freitag kräftig durcheinander. Es gab sechs Änderungen: Kevin Trapp stand anstelle von Marc-Andree ter Stegen im Tor, zudem spielten Emre Can, Niklas Süle, Marvin Plattenhardt, Toni Kroos und Ersatzkapitän Sami Khedira.

Nach einer Trauerminute für die Kölner 1954er-Legende Hans Schäfer ging es flott los: Julian Draxlers Rückpass nahm Mesut Özil direkt, doch Timo Werner stand im Abseits (4.). Danach kam allerdings mehr und mehr die Equipe Tricolore auf. Blaise Matuidi setzte den Ball bei einer guten Gelegenheit ans Außennetz (7.), Mats Hummels grätschte Mbappe nach einem Konter im Strafraum in höchster Not und gekonnt ab (12.). Bei Lacazettes erstem Versuch musste sich Trapp gewaltig strecken (19.), auch bei Mbappes Schuss aus kurzer Distanz war der frühere Frankfurter zur Stelle (32.).

Özils Traumpass leitet 1:1 ein

Der Vize-Europameister hatte sich die Führung im Land des Weltmeisters durch einen starken Auftritt längst verdient, und wurde für seine Dominanz auch belohnt: Über Lucas Digne kam das Spielgerät zum am Elfmeterpunkt völlig freistehenden Anthony Martial, der technisch hochwertig auf Lacazette weiterleitete - es stand nach einer guten halben Stunde völlig zurecht 1:0 für Frankreich (34.).

Ein Treffer, der auf das im bei weitem nicht ausverkauften Müngersdorfer Stadion zuvor behäbig auftretende DFB-Team wie ein kleiner Weckruf wirkte: Nach einer starken Balleroberung von Julian Draxler vertändelte Timo Werner eine gute Gelegenheit, noch vor der Pause wieder auszugleich (41.).

Und dieser Aufwärtstrend setzte sich nach der Pause fort: Die deutsche Auswahl trat nun viel präsenter und konsequenter auf. Khedira eroberte den Ball und spielte auf Özil weiter, dessen perfekten Vertikalpass Werner zum Ausgleich verwertete (56.). Praktisch im Gegenzug lenkte der überzeugende Trapp einen großartigen Versuch von Martial noch um den Pfosten. Es war nun wenigstens ein Duell auf Augenhöhe, bei dem das Löw-Team allerdings mehr Spielanteile hatte und viel häufiger in die gefährliche Zone kam. Toni Kroos zirkelte einen wundervollen Freistoß aus 20 Metern an die Latte (70.).

Mitten in diese deutsche Drangphase schlugen aber erneut die Franzosen zu: Rüdiger öffnete das Zentrum, wo Lacazette Mbappes Zuspiel entschlossen zum 1:2 einschoss (71.). Die französischen Fans sangen lauthals die "Marseillaise", von den deutschen Anhängern kam hingegen so gut wie keine Unterstützung. Trotz etlicher Wechsel mühte sich die DFB-Elf zwar nach Kräften, noch einmal den Ausgleich zu erzielen. Der eingewechselte Lars Stindl sorgte nach starkem Zuspiel von Mario Götze für das glückliche 2:2 in fast letzter Sekunde. "Es ist ein positives Gefühl und ein richtiger Schritt in die richtige Richtung", sagte Götze, der nach 364 Tagen sein Nationalteam-Comeback feierte.

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