Nationalmannschaft

Fußball Trapp und Goretzka durch Leno und Gnabry ersetzt

Zwei Absagen für Löw

Berlin.Joachim Löw trotzt allen Zweifeln und negativen Vorzeichen. Noch vor dem Aufgalopp der Fußball-Nationalmannschaft vor vielen aufgeregten und kreischenden Kindern in Berlin machte der Bundestrainer klar, dass er in den brisanten Nations-League-Spielen gegen die Niederlande und Weltmeister Frankreich auf die ins Formtief gestürzten Spieler des FC Bayern setzen will. Erste Aufmunterung für den Bayern-Block um Kapitän Manuel Neuer gab es am Dienstagabend im Hertha-Amateurstadion beim Üben vor 5000 überwiegend jungen Fans.

„Ich weiß schon, welche Qualitäten diese Spieler auch haben“, sagte Löw über die im DFB-Team dominierende Bayern-Fraktion. „Es war in der Vergangenheit immer wieder mal so, dass Spieler im Verein nicht in der Topverfassung waren, bei der Nationalmannschaft dann trotzdem eine tolle Leistung gezeigt haben. Die Spieler sind erfahren genug, mit solchen Situationen umzugehen“, äußerte Löw zur Gruppe um Kapitän Neuer, Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller.

Wie groß das Zutrauen in die Münchner Profis trotz Vereinskrise ist, bewies Löw bei einer erzwungenen Kaderveränderung am gestrigen Abend. Denn Mittelfeldmann Leon Goretzka, der wegen einer Muskelverhärtung absagen musste, ersetzt der Bundestrainer durch dessen offensiven Bayern-Kollegen Serge Gnabry. Als dritter Torwart im 21-Mann-Kader ersetzt Bernd Leno vom FC Arsenal den Frankfurter Kevin Trapp, der wegen muskulärer Probleme für die zwei Länderspiele ausfällt.

Der Bundestrainer war an einem ereignisreichen Tag bei der Ankunft am Teamhotel im Tiergarten kraftvoll aus einem Kleinbus gesprungen und schrieb erst einmal eifrig Autogramme. Mehr Fannähe ist nach der WM-Blamage in Russland beim DFB angesagt. Erstmals seit vier Jahren durften bei einem Training im eigenen Land mal wieder einige Tausend Anhänger zuschauen. „Das Wichtigste ist für die Kinder, dass sie die Spieler aus der Nähe sehen, Autogramme bekommen und Selfies machen können“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff. dpa