Nationaltheater

Nationaltheater Freunde und Förderer erhöhen Zuschuss

Hausautor erhält mehr Geld

Erneut erhöhen die Freunde und Förderer des Nationaltheaters das jährliche Stipendium für den Hausautor des Theaters. Bereits im Juni hatte der Verein 2000 Euro mehr bewilligt, um Sivan Ben Yishai, die Hausautorin der vorigen Spielzeit, wegen finanzieller Einbußen aufgrund der Corona-Pandemie zu unterstützen. Nun wird die Hilfe dauerhaft aufgestockt, so Vereinsvorsitzender Achim Weizel.

Zunächst steigt in der laufenden Spielzeit die Förderung von 6000 auf 9000 Euro. Ab Beginn der Spielzeit 2021/22 soll der Betrag 12 000 Euro betragen. Zusätzlich zu dem durch die Freunde und Förderer finanzierten Stipendium, über das der Autor frei verfügen kann, stellt das Schauspiel des Nationaltheaters eine Wohnung, übernimmt Reisekosten und finanziert einen Stückauftrag.

Erinnerung an Schiller

Erster Hausautor des Nationaltheaters war in der Spielzeit 1783/84 Friedrich Schiller, der damals drei Stücke liefern sollte. In Erinnerung daran finanzieren die Freunde und Förderer seit 1996 jährlich den Aufenthalt eines Theaterdichters. Es ist – neben der Finanzierung von Festivals, besonderen Premieren, Hilfe für junge Künstler und das Theatermagazin – neben den eigenen Veranstaltungen („Begegnung mit. . .“) eines der Hauptprojekte des 1950 gegründeten und über 1700 Mitglieder zählenden Vereins.

Jüngere Autoren haben durch das Stipendium die Gelegenheit, ein Jahr praktische Theaterarbeit kennenzulernen und ein Stück zu schreiben. Seither profitierten 22 Autoren von dem Stipendium. Viele – etwa Albert Ostermaier, Andri Beyeler, Rebekka Kricheldorf, Christoph Nußbaumeder oder Theresia Walser – zählen inzwischen zu den bekannten deutschen Dramatikern. Hausautor der laufenden Spielzeit 2020/21 ist Necati Öziri, dessen Stück „Gott Vater Einzeltäter“ am 5. Februar 2021 in der Regie von Sapir Heller im Schauspielhaus uraufgeführt werden soll.

„Die Institution des Hausautors ist ein bundesweit bewundertes Modell des Nationaltheaters“, freut sich Weizel. Doch nun müsse die Unterstützung „unbedingt den seit der Gründung veränderten Rahmenbedingungen angeglichen werden“, begründet er die vom Vorstand beschlossene Erhöhung. Sie sollte eigentlich bei der Mitgliederversammlung verkündet werden, doch musste diese wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Schauspielintendant Christian Holtzhauer bedankte sich nun für die Verdopplung des Zuschusses. Er freue sich „in diesen für Künstler so schwierigen Zeiten“ für „solch ein ermutigendes Zeichen“. Für das Schauspiel habe die intensive Zusammenarbeit mit dem Theaterautor eine „besondere Bedeutung“. Allerdings fehlt den Autoren wegen Corona derzeit die Möglichkeit, durch Lesungen und ähnliche Veranstaltungen weitere Einnahmen zu generieren. Viele leben vor allem von Tantiemen, die nur gezahlt werden, wenn ihre Stücke gespielt werden.

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