Nationaltheater

Spielplan Mit 76 Produktionen starten die vier Sparten am Goetheplatz in die nächste Saison / Theaterfest am 15. September

Holtzhauer will noch mehr Mitwirkung

Mannheim.Fast scheint es, als sei der erste Akt der Spielzeit 2018/19 hier schon über die Bühne gegangen. Im Theatercafé am Goetheplatz. Dort nämlich haben die fünf Intendanten des Nationaltheaters vor mehr als 100 Zuschauern gestern die kommende Spielzeit vorgestellt. Von „rekordverdächtigen 76 Produktionen“ spricht der Geschäftsführende Intendant Marc Stefan Sickel. Dabei sei erinnert: Vor fünf Jahren wurden 104 Produktionen gespielt – zwar zehn Premieren weniger, aber 38 Wiederaufnahmen mehr, was sicherlich dem anstehenden Intendantenwechsel im Schauspiel geschuldet ist. Dafür beträgt die aktuelle Auslastung laut Sickel gute 74 Prozent und die Kartenerlöse liegen bei 6,1 bis 6,2 Millionen Euro.

Gute Nachrichten. Rekordverdächtig indes ist neben der Kulisse auch die Menge der Premieren, die allein der designierte Schauspielintendant und Kosminski-Nachfolger Christian Holtzhauer präsentiert: 22 inklusive der Elena-Ferrante-Adaption und der Produktionen der erweiterten Bürgerbühne, die ab Herbst zum „Stadtensemble“ wird. Holtzhauer präsentiert eine Totalöffnung im Sinne aktivierender und partizipativer Theaterarbeit – selbst Werke wie „Orestie“ oder „Die Räuber“ sind nicht „von“ sondern „nach“ Aischylos oder Schiller.

Der aber bekommt vom 20. bis 30. Juni 2019 wieder seine Schillertage ausgerichtet. Es werden die zwanzigsten sein und sicher üppig ausfallen. Die Premieren sind von acht Wiederaufnahmen und zehn „Extras“ flankiert, eines davon die Mannheimer Reden, die Holtzhauer wieder in Medienpartnerschaft mit dem „Mannheimer Morgen“ veranstaltet.

Bieito, Viebrock und Schrott

Albrecht Puhlmanns Opernsparte wartet mit neun Premieren und 16 Repertoirestücken auf, der Bogen wird hier weit gespannt – von Monteverdis „Marienvesper“ in der Regie Calixto Bieitos bis hin zum Abend „nach Claude Debussy und Edgar Allan Poe“: „House of Usher“, ein Abend, den die legendäre Marthaler-Weggefährtin Anna Viebrock inszenieren wird. Bei den sechs Festlichen Opernabenden ist gleich der Auftakt ein Knaller: Michael Volle und Erwin Schrott übernehmen in der Neuinszenierung des „Don Giovanni“ am 20 Oktober das Duo Giovanni-Leporello. Musiksalon, NTM/Pop, die Café-Concerte oder Schloss in Flammen machen den Plan reichhaltig.

Erstmals kooperiert die Oper mit dem Tanz, dessen Programm Stephan Thoss sehr unterhaltsam präsentiert. „Sanssouci“ wird ein von ihm choreographierter Abend mit Arien von Bach und Händel, des Weiteren macht der Tanzchef noch die beiden Produktionen „Blaubarts Geheimnis“ und „Evolution“.

Auch das Junge Nationaltheater von Ulrike Stöck hat mit zehn Premieren und 13 Wiederaufnahmen jede Menge zu bieten. Sie widmet sich auf sehr zeitgenössische Weise den Themen und Problemen der jungen Generation. Alles in allem ist dieser erste Akt der Saison im Theatercafé vielversprechend.

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