Nationaltheater

Oper Nationaltheater nimmt Mozarts „Zauberflöte“ wieder auf

In idealer Besetzung

Am Nationaltheater rundet sich das „Mannheimer Repertoire“. Mozarts „Zauberflöte“ in Joachim Schlömers farbenreicher Inszenierung aus dem Jahr 2011 gehört gewiss dazu und fand bei der Wiederaufnahme 2018 begeisterten Widerhall, schrille Pfiffe inklusive, beim auffallend jungen Publikum. Die spürbar sorgfältig geprobte Aufführung litt allenfalls unter der schwülen Hitze im Opernhaus, während Treppenhäuser und Foyer angenehm klimatisiert waren. Kann man das vor der Generalsanierung noch optimieren?

Sprechen wir von den „Neuen“ im Ensemble. Dass Nikola Hillebrands brillanter Koloratursopran Garant für eine ideale Königin der Nacht sein würde, war sonnenklar. Desgleichen ist trotz seiner Jugend Patrick Zielke mit voluminösem Bass ein prächtiger Sarastro. Joshua Whiteners strahlender Tenor, bisher meist in lyrischen Rollen zu hören, weist mittlerweile weit ins Spinto-Fach hinein.

Perfekter Ensemblegesang

Er sang eine herrlich heldische Bildnis-Arie, aber beim „Tamino mein“-Duett wurde die Diskrepanz zu Amelia Scicolones wunderbarer Mozart-Stimme offenbar. Die zarte, junge, spielgewandte Sopranistin war nun als Pamina wirklich die Erfüllung aller Wünsche – bravissima! So, wie man sich keinen idealeren Papageno vorstellen kann als den in Spiel und Stimme so flexiblen Nikola Diskic, der seinen noblen Bariton demnächst als Don Giovanni präsentieren wird.

Auf hohem Niveau, neben dem großartigen Opernchor, auch die drei Damen (Kupke, Sandis, Faylenbogen), Papagena (Incko), Monostatos (Eikötter), die Priester und Geharnischten und Thomas Jesatkos als würdevoller Sprecher. Ein Sonderlob für perfekten Ensemblegesang den drei Knaben Fridolin Bosse, Maximilian Stien und Johannes Wittmann!

Souverän und feurig, wenn auch das Tempo bisweilen die Grenze des gerade noch Vertretbaren streifte, Benjamin Reiners am Pult des prächtig aufgelegten Orchesters, das beim frenetischen Schlussapplaus ebenso ausgiebig bejubelt wurde wie die Sängerschar.