Nationaltheater

Ersatzspielstätten Viele Ideen – aber bisher gibt es keinerlei Verträge und nirgendwo haben Arbeiten begonnen

Industriehalle oder „temporärer Bau“?

„Kurzfristig“ oder gar „bereits in der kommenden Sommerpause 2019“ sollte an einigen Stellen gebaut werden, um Ersatzspielstätten zu schaffen Das hieß es zumindest im Dezember 2018 gegenüber dem Gemeinderat. Doch es hat nicht geklappt. Der Sachstand im Überblick:

Probezentrum Neckarau

In dem alten „Schildkröt“-Gebäude sollte während der Sommerpause gearbeitet werden. Aber der Ferien-Zeitraum erwies sich als zu knapp. Für diesen Zeitpunkt und das bewilligte Geld fand sich keine Baufirma. Im laufenden Betrieb kann nicht gearbeitet werden. Jetzt sollen die Probebühnen kurzfristig verlegt werden, etwa in die Turnhalle der alten Elementary School der Amerikaner. Dann will man das Probezentrum so ertüchtigen, dass es während der Sanierungszeit des Theaters nicht nur mehr Proberäume, sondern auch Platz für weitere Büros bietet.

Altes Kino

Für Schauspiel und Tanz soll das alte Kino der Amerikaner in Benjamin-Franklin-Village umgebaut und später dann als Kulturzentrum für den neuen Stadtteil genutzt werden. Bauherr ist die städtische Tochter MWSP, das Theater wäre Mieter. Die Kostenschätzungen liegen zwischen acht und 14 Millionen Euro. „Art und Umfang der Sanierung werden gerade abgestimmt“, heißt es von der Stadt. Baubeginn: offen – und die Fertigstellung daher auch.

Zentrallager im Hafen

Seit 18. August hat das Theater die ehemalige Fläche der Firma Luschka und Wagenmann für 30 Jahre angemietet. Das Verwaltungsgebäude bleibt bestehen, dient kurzfristig als Probebühne. Anstelle der alten Hallen soll ein neues Zentrallager für das Theater entstehen. Die europaweite Ausschreibung für einen Planungswettbewerb läuft. Vor 2022 kann aber der Bau nicht beginnen – das Lager wird also nicht fertig, bis der Fundus in der Goethestraße und im Bunker ausgeräumt werden muss. Jetzt sucht man Zwischenlösungen.

Pfalzbau

In Ludwigshafen will das Nationaltheater während der Sanierungsphase seinen Repertoirebetrieb aufrecht erhalten – denn nur dort gibt es einen Bühnenturm. Lange stockten die Verhandlungen zwischen den Intendanten beider Städte. Nachdem Oberbürgermeister Peter Kurz die Gespräche persönlich führte, sei man „inzwischen relativ erfolgreich“, so Kulturbürgermeister Michael Grötsch: „Man hat uns konkrete Zeiträume angeboten.“ Allerdings gibt es noch keine Einigung über die Miethöhe, keinen Vertrag.

Rosengarten

Im Musensaal will das Theater konzertante Aufführungen bieten, die Verhandlungen über konkrete Termine laufen aber noch.

Schwetzingen

Fest steht, dass zwei Neuinszenierungen im Rokoko-Theater Schwetzingen über die Bühne gehen.

Seebühne

Die Oper hat starkes Interesse an einer Produktion auf der Seebühne im Luisenpark, allerdings steht nicht fest, ob und wie die dort eigentlich auch fällige Sanierung erfolgt.

Temporärer Bau

Die Idee, ein Theaterzelt zu errichten, ist vom Tisch. Dennoch braucht die Oper eine weitere, eigene Hauptspielstätte, wo es flexibel ist. Derzeit wird die große, hohe Industriehalle einer Spedition in Käfertal, wo manchmal Konzerte stattfinden, geprüft. Zudem untersucht man einen „temporären Bau“ auf der Fläche beim Technoseum/Theodor-Heuss-Anlage, die derzeit das Oktoberfest nutzt. Daher sucht die Stadt schon eine Ausweichfläche für das Oktoberfest, das man unbedingt halten will.

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