Nationaltheater

Nationaltheater Intendantenreden zum Auftakt der Spielzeit

Neuanfang mit Leidenschaft

Archivartikel

Mannheim.Hinter ihnen standen schon die Kulissen der ersten Premiere am Samstag: Im Bühnenbild von "Wallenstein" im Schauspielhaus hießen gestern die fünf Intendanten ihre Mitarbeiter zur 239. Spielzeit des Nationaltheaters willkommen. Für zwei Intendanten bedeutete es einen kompletten Neubeginn, für einen den Auftakt zum Abschied.

Schauspielintendant Burkhard C. Kosminski wird im Sommer 2018 nach Stuttgart wechseln. "Es werden dann zwölf bereichernde Jahre an diesem Haus gewesen sein", blickte er zurück. "Es hat mir mit euch großen Spaß gemacht. Ich freue mich, dass es möglich war, so besondere Produktionen wie Signa bei den Schillertagen mit euch zu stemmen", dankte er und rief dann euphorisch aus "Es geht wieder los!".

Komplett neu los ging es gestern für Ulrike Stöck (Junges Nationaltheater), die sich "für diesen unglaublich herzlichen Empfang" bedankte, und Marc Stefan Sickel, neuer Geschäftsführender Intendant. "Die Intendanten sind ein starkes Team, das gemeinsam die vielen Herausforderungen, insbesondere die Generalsanierung, erfolgreich meistern wird", sagte er in seiner ersten Rede. "Der persönliche Kontakt und Dialog und eine transparente Kommunikation sind mir wichtig", versprach er und wünschte "uns allen eine inspirierende, erfüllende und erfolgreiche Spielzeit".

Während Tanz-Intendant Stephan Thoss, Neuling in 2016, auf eine "tolle erste Spielzeit" zurückblickte und "super Arbeitsbedingungen" lobte, gab Opernintendant Albrecht Puhlmann als Leitspruch ein Zitat von Henry James aus: "Wir arbeiten im Dunkeln. Wir tun, was wir können. Wir geben, was wir haben. Unser Zweifel ist unsere Leidenschaft, und die Leidenschaft ist unsere Aufgabe. Der Rest ist der Wahnsinn der Kunst", sagte Puhlmann.

Kasse ab heute geöffnet

Die neue Spielzeit wird 39 Premieren in allen Sparten bringen. 47 Wiederaufnahmen zählt zusätzlich das Repertoire. In der Oper findet die erste Premiere, Bellinis "Norma", am 14. Oktober statt. Das große Theaterfest steigt am Sonntag, 24. September. Ab heute ist die Theaterkasse wieder zu den üblichen Zeiten geöffnet.

Im Hinblick auf die ab 2020 anstehende Generalsanierung gab es im Sommer nur wenige Bauarbeiten, so Oliver Hering, der Abteilungsleiter Zentrale Dienste. Man habe nur einige alte, einfachverglaste Fenster im Verwaltungsgebäude ausgetauscht, Heizungsrohrleitungen isoliert, den Schwingboden im kleinen Proberaum des Tanzhauses erneuert, im Opern- und Schauspielhaus der Bühnenboden überarbeitet und neue Schachtleitern montiert, "eine Auflage der Arbeitssicherheit". Zudem habe es im Haus und in einigen Theaterwohnungen "allgemeine Reinigungs- und Renovierungsarbeiten" gegeben, "nichts Großes".