Nationaltheater

Nationaltheater Gemeinderat soll früher einbezogen werden

SPD drängt auf raschere Debatte

Archivartikel

Die SPD will die Generalsanierung des Nationaltheaters schneller als geplant auf die Tagesordnung des Gemeinderats setzen. Dazu haben die Sozialdemokraten einen zwölfteiligen Fragenkatalog eingereicht. Zugleich kündigte Fraktionsvorsitzender Ralf Eisenhauer an, die Fraktion wolle "auch ihre Partei bei der Entscheidungsfindung einbinden", wenn es um die Zukunft des Nationaltheaters gehe.

Im Juli hatte die Stadtverwaltung den Gemeinderat informiert, dass nach einer aktuellen Kostenschätzung die Generalsanierung des Nationaltheaters statt der erwarteten 80 bis 100 Millionen Euro nun 185 Millionen Euro erfordern wird. Zugleich hieß es, dass eine genaue Kostenberechnung zum Jahresende vorliegen und dann in 2018 im Gemeinderat debattiert werden soll.

In einer ersten Reaktion hatte Eisenhauer im Juli gesagt, angesichts zahlreicher anstehender Investitionen in Schulen, Kinderbetreuung, Nahverkehr und Radverkehr "stehen derzeit für das Nationaltheater keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung". Die Summe übersteige "völlig den Rahmen der Möglichkeiten einer Stadt", so Eisenhauer. In der Begründung für den Fragenkatalog wird die Sanierung nicht mehr so eindeutig abgelehnt. Vielmehr spricht Eisenhauer nun nur noch von "vielen offenen Fragen" und erklärt: "Angesichts der Bedeutung des Nationaltheaters für Stadt und Region, aber auch der hohen jährlichen Kosten, ist es von herausragender Bedeutung, ein gemeinsames Verständnis in der Stadtgesellschaft über das Theater zu entwickeln."

"Kluge Lösungen"

Stadtrat Thorsten Riehle, kulturpolitischer Sprecher, fragt etwa, ob es Bereiche des Sanierungsvorhabens gibt, die verzichtbar sein können. Zudem erkundigt er sich nach Ersatzspielstätten, auch nach möglichen Spendern oder Zuschüssen. Stadträtin Helen Heberer erinnert daran, dass der Bau am Goetheplatz "in der Nachkriegszeit mit großem Engagement von Bürgern geschaffen" worden sei. Man brauche nun "kluge bauliche und wirtschaftliche Lösungen", um das Haus "bei weiterhin hoher künstlerischer Leistung zukunftsfähig zu machen."