Neckarau

Stadtteile „Mannheimer Agenda 21“ feiert 20. Geburtstag / Wechselvolle Geschichte / Felicitas Kubala würdigt Arbeit des Vereins

„Das Umweltforum bringt sich engagiert ein“

Archivartikel

Das Großkraftwerk Mannheim in Neckarau, die Aufeld-Querung sowie der Dossenwald auf der Rheinau sind nur einige Themen, die immer wieder im Mittelpunkt von Aktionen, Begehungen und Vorträgen der Initiative und ihrer Mitglieder stehen: Die „Mannheimer Agenda 21“ hat in der Aula der Hochschule unter dem Motto „2030 ist morgen“ mit einem Festakt und rund 100 Gästen ihren 20. Geburtstag gefeiert. Die Moderation des Abends übernahm Elke Dünnhoff, Geschäftsführerin des Umweltforums.

Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala würdigte ihrer Laudatio die „konstruktive Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Forum, das sich engagiert und unermüdlich einbring“. Als besondere Höhepunkte nannte sie die vom Umweltforum erstellten Infobroschüren wie der „Mannheimer Bürgerstadtplan“ und der „Fahrplan Energiewende“. Des Weiteren stellte sie das Engagement des Umweltforums bei Projekten wie der SAP-Arena oder dem Großkraftwerk Mannheim (GKM) heraus: „Auch wenn wir manche Dinge nicht verhindern können, so können wir sie doch zumindest mitgestalten.“

Begleitet von einer Diashow ließ Thorsten Schurse, Vorstand des Umweltforums, die 20-jährige Geschichte des Vereins Revue passieren. Das Umweltforum „Mannheimer Agenda 21“ wurde 1998 von Jürgen Hermann, Arnold Cullmann und dem 2016 verstorbenen Wolfgang Raufelder ins Leben gerufen.

Deutschland als Vorreiter

Seit 2008 ist das Mannheimer Umweltforum als eingetragener Verein und Dachverband tätig. Er vertritt insgesamt 15 regionale Umwelt-, Naturschutz- und Verkehrsverbände, darunter den Naturschutzbund Deutschland (NABU), den Förderverein „Freunde des Dossenwaldes“ und den Fahrgastverband „Pro Bahn Rhein-Neckar“.

Das Umweltforum versteht sich als „Motor für Umwelt-, Klima- und Naturschutz“ in Mannheim. Es berät und informiert Politik und Öffentlichkeit bei umweltrelevanten und sozialen Themen. „Die Palette, mit der sich das Umweltforum beschäftigt, ist so vielfältig wie die Arbeit der Mitgliedsverbände“, sagt Thorsten Schurse. Als Beispiele nennt er die Aufeld-Querung und die Stadtbahn Nord. „In Mannheim sind wir verkehrspolitisch auf einem guten Weg“, meint Schurse. „Die Richtung passt, aber die Geschwindigkeit könnte noch gesteigert werden“.

Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Claudia Kemfert mit dem Titel „Wo stehen wir bei der Energie- und Verkehrswende?“. Nach Meinung der Energieökonomin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin muss „Deutschland Vorbild und Vorreiter sein“. Ziel sei es, auf 100 Prozent erneuerbare Energien umzusteigen.

„Etliche Studien belegen, dass dies technisch möglich und auch durchaus ökonomisch sinnvoll ist“, erklärt Kemfert. „Wenn wir noch zehn Jahre so weiter machen, wird der Klimawandel nicht mehr umkehrbar sein“, führt sie weiter aus. Das klinge nicht nur dramatisch sonder sei es auch. mai