Neckarau

Neckarau Pfadfinder des Stamms Thomas Morus feiern Einweihung ihres neuen Geländes nördlich des Stollenwörthweihers

Deutsche Eiche als Symbol gepflanzt

Archivartikel

Jetzt verfügen die Pfadfinder wieder über ein Gelände, auf dem sich die Mitglieder mitten im Grünen frei entfalten dürfen: Ein riesiges Tor, errichtet aus einem von einem Förster gespendeten Holzstämmen, über dem auf einem Schild in bunten Buchstaben „Pfadi-Platz“ geschrieben steht, weist den Weg auf das neu angelegte Areal des Pfadfinderstamms Thomas Morus im Stadtteil Neckarau. Zwischen Stollenwörthweiher und dem Fußballclub MFC 1908. Durch die Teilnahme an der bundesweiten viertägigen Sozialaktion „72 Stunden - Uns schickt der Himmel“ des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) feierten die Pfadfinder gleichzeitig das Einweihungsfest ihres Geländes.

Lagerfeuer entfacht

Hier tut sich eine Welt fernab moderner Technologie auf, wo man sich eine Auszeit von nervigen Smartphones gönnen kann. „Lange lag dieser Platz brach, den wir plattgemacht haben“, erklärte Pfadfinderin Lina Graf. „Vorher waren wir mit unserem Stamm im Morchhof gewesen, ein Recyclinghof in der Nähe der SAP-Arena“, schilderte die 19-Jährige. Da jedoch das Tiefbauamt an dieser Stelle ein neues Gebäude baut, waren die Thomas-Morus-Pfadfinder dazu gezwungen, sich nach einem anderen Aufenthaltsort umzuschauen. Zum Einweihungsfest bei schönstem Sonnenschein waren sämtliche umliegenden Nachbarn eingeladen, um einander besser kennenzulernen. In der letzten Nacht der Aktion haben die naturverbundenen Mädchen und Jungen bereits auf dem frisch erschlossenen Gelände übernachtet, auf dem zur Veranschaulichung einige Campingzelte aufgebaut wurden.

Außerdem kann man bei den Pfadfindern lernen, wie man ein Lagerfeuer entfacht und Holz schnitzt. Die 90 Mitglieder, die dem kirchlichen Pfadfinderstamm Thomas Morus angehören, schätzen handwerkliche Arbeit und zimmern oft selbstentworfene Holzstühle.

Das emporragende Pfadi-Platz-Eingangstor ist fest im Boden einbetoniert. Im hinteren Bereich des Areals stand zur Einweihungsfeier ein selbstgebautes Häuschen mit Trenntoilette. „Wenn die Nachbarn sich nicht beklagen, werden wir hier ein Lager abhalten mit Übernachtung und Lagerfeuermusik“, sagte Lina Graf, die seit drei Jahren dem Stamm Thomas Morus angehört und geistliche Leiterin ist. Auf ihrer beigefarbenen Uniform sammelt die 19-Jährige bunte Aufnäher vergangener Aktionen, zum Beispiel von der Teilnahme an einem Hippie-Festival mit Stationen-Lauf namens „Roverlution“ vor zwei Jahren bei einem befreundeten Stamm in Offenburg. „Wir vom Stamm Thomas Morus singen viel“, erzählte Lina Graf, die Mathematik an der Heidelberger Universität studiert.

Rover nennen sich jene Pfadfinder, die zwischen 16 und 21 Jahre alt sind. Zur Einweihungsfeier haben die Pfadfinder mitten auf ihrem neuen Gelände eine deutsche Eiche gepflanzt. Noch ist dieser Winzling gerade mal 25 Zentimeter groß, im Laufe der Jahre soll die Eiche symbolträchtig wachsen.

Bei der Einweihungsfeier durften sich die Besucher in einem Quiz und an einem Glücksrad mit von Neckarauer Geschäften gespendeten Preisen versuchen. An einer Feuerstelle backten sich Kinder würziges Stockbrot aus Hefeteig. Darüber hinaus klärten Informationstafeln über wertvolle Pfadfindergesetze auf, die man als Mitglied verinnerlichen sollte. „Ich gebe auch in Schwierigkeiten nicht auf und gehe mit wachen Augen durch die Welt“, war auf den Tafeln zu lesen.

Info: Fotostrecke unter; www.morgenweb.de/Neckarau

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