Neckarau

Almenhof Fusionsgottesdienst mit Prozessionszug / Dekan Hartmann predigt zum Thema „Lichtspuren“

„Durch Bündelung der Kräfte an Stärke gewinnen“

Mit einem Fusionsgottesdienst, der in der Lukaskirche begann und in der Markuskirche endete, haben die beiden evangelischen Gemeinden im Almenhof am Ersten Advent ihren Zusammenschluss gefeiert. Kindergartenkinder der Lukas- und Markusgemeinde legten bei der Prozession durch die Straßen des Stadtteils „Lichtsteine“ entlang des Weges über die katholische Maria Hilf Kirche, die sich in guter Ökumene im Gottesdienst einbrachte und auch am Umzug beteiligte.

Auftrag zu Gemeinschaft

Das dürfe allerdings nicht zu Missverständnissen führen, meinte Dekan Ralph Hartmann in seiner Predigt zum Thema „Lichtspuren “ augenzwinkernd. Aber vielleicht würden sie damit ja Dinge vorausnehmen, die man sich so vielleicht zukünftig auch vorstellen könne. „Lichtspuren führen auch durch die Bibel, in der alles mit Licht beginnt und endet“, erläuterte der Dekan.

Die „Lichtspuren“ bei der Prozession durch die Straßen im Almenhof seien für ihn „Sinnbild für die Vereinigung“. „Sie zeigen uns den Auftrag zu Zuwendung und Trost, Orientierung und Gemeinschaft, Freiheit und Verantwortung – das zu leben mit allen Menschen, ist der Auftrag der Kirche“, betonte Hartmann.

„Fusion bedeutet nicht, was verloren zu haben, sondern dass man stärker wird durch Bündelung der Kräfte“, so der Dekan weiter. Doch man sollte nicht denken, dass dies kein so großes Ding sei, diese Vereinigung von zwei Mannheimer Gemeinden, die sich eigentlich gut verstehen.

Der Fusion sei ein langer Weg vorausgegangen, der vor vier Jahren begonnen habe. Doch trotz aller Vielfalt und dem Wunsch nach Erhalt gewachsener Strukturen dürfe man nicht in Kleinklein denken, sondern müsse die Kräfte bündeln, so dass daraus Größeres entstehe. Unter dem Beifall der Gemeinde zollte der Dekan den Ältesten der beiden Gemeinden und ihren Pfarrern, Martina Egenlauf-Linner und Günther Welker, Respekt für den mühsamen Weg und die Kraft, mit der sie zur Identifizierung beigetragen hätten. „Menschen brauchen starke geistliche Orte, die ausstrahlen in das Umfeld, sowie ein Netzwerk der Sorge und Bildung von Nachbarschaft“, erklärte der Dekan.

Ökumenische Verbundenheit

Ministranten der Maria Hilf Gemeinde brachten ihr Osterlicht in die beiden evangelischen Schwesterkirchen. Bei der Prozession machten sich alle Ältesten und Gemeindemitglieder gemeinsam auf den Weg machten und die Gemeinden tauschten jeweils die Altarbibel und die Abendmahlsgeräte aus.

An der katholischen Maria Hilf Kirche erteilte Pfarrer Martin Wetzel den zahlreichen Teilnehmern der Prozession seinen Segen. Er wisse aus Erfahrung in den katholischen Gemeinden, mit wie vielen Sorgen und Ängsten eine solche Zusammenlegung verbunden sein kann. In ökumenischer Verbundenheit wünschte er den evangelischen Nachbargemeinden, „dass hoffentlich viele gemeinsam den Weg gehen“.

Der Gottesdienst in der Lukasgemeinde wurde musikalisch umrahmt von „Dreiklang“ und einem Blockflötenensemble, während in der Markuskirche Kindergartenkinder das Lied anstimmten „Ein Licht geht und auf in der Dunkelheit“.

Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Gemeindemitglieder in gemütlicher Runde beim Adventskaffee im Gemeindesaal. Mit dem festlichen Entzünden der Lichter am Christbaum vor der Markuskirche und dem gemeinsamen Singen von Adventsliedern endete die Fusionsfeier.