Neckarau

Neckarau Private Spielstube für Zwei- und Dreijährige besteht seit 25 Jahren / Kleine Feier am 13. Oktober

Fleißig üben für den Kindergarten

Seit einem viertel Jahrhundert kümmert sich die Spielstube Neckarau-Niederfeld um kleine Menschen. 1993 gründeten die Mütter Mareile Schmitz und Gabriele Brunst aus dem Niederfeld die Einrichtung, weil sie für ihren Nachwuchs keine Kindergartenplätze erhalten hatten. Unterstützt von der Neckarauer Geschäftswelt und vor allem vom Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium fand man im oberen Rundsaal der Schule kostenfrei eine Unterkunft.

Drei Mal die Woche vormittags bis zwölf Uhr trafen sich die 15 Kinder im Alter von drei Jahren mit ihren drei abwechselnd tätigen Erzieherinnen.

Noch heute sind die beiden ausgebildeten Fachkräfte Ilse Haslinger und Tanya Träutlein dabei. Vom ersten bis auf den heutigen Tag sind sie die Seele der Spielstube. Rund 400 Buben und Mädchen haben sie seither aufwachsen gesehen.

2005 ist die Spielstube an den Wilhelm-Wund-Platz 2 umgezogen. Insgesamt sind heute abwechselnd vier Erzieherinnen und drei Helferinnen vor Ort. Da der Bedarf an Kindergartenplätzen heute weitgehend gedeckt ist, nimmt die Einrichtung jetzt vor allem Zweijährige auf, die in der Regel noch Windeln tragen.

Selbstständigkeit lernen

Sie lernen hier behutsam erste Selbstständigkeit und können sich spielend auf den Kindergarten vorbereiten. Nach wie vor ist von Dienstag bis Donnerstag geöffnet.

„Die Zielgruppe“, so erzählt Tanya Träutlein, „sind zum einen die Kinder von Müttern, die den Berufseinstieg wieder angehen, die Schützlinge von Tagesmüttern und auch die Enkel von Großeltern, die die Betreuung übernommen haben. Zum anderen kommen die Kinder von nichtberufstätigen Müttern, denen es hier um die Sozialisation geht. Sie möchten ihr Kind unter anderen Kindern sehen.“ Wie eh und je ist der Rhythmus in der Spielstube gleich: Die Kinder kommen und spielen frei, um 10 Uhr geht es ans Aufräumen, dann steht nach dem Händewaschen das gemeinsame Frühstück auf dem Programm.

Ein Ausflug auf den kleinen Spielplatz direkt neben den Räumlichkeiten, wird nur bei strömendem Regen abgesagt und um 11.30 Uhr finden sich alle zum Gemeinschaftskreis ein, bei dem gesungen, erzählt und gespielt wird.

Ilse Haslinger ist sich mit ihren Kolleginnen einig: „Wir behalten unseren festen Tagesablauf, denn Kinder brauchen Regeln. Das gibt ihnen Halt, gerade in Zeiten, in denen Eltern bisweilen unsicher sind und das Kindeswohl im Blick, doch nicht wissen, welche Entscheidungen sie treffen sollen.“

Zusätzlich zum Tagesprogramm bietet die Spielstube Infoveranstaltungen an, der Zahnarzt kommt in die Einrichtung, Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit ebenso. Jahreszeitliche Feste feiert man natürlich immer.

Kollegin gesucht

Nach einem viertel Jahrhundert bahnt sich nun langsam ein Generationswechsel an und die Erzieherinnen suchen eine ausgebildete Kollegin, die an den Vormittagen in ihre Fußstapfen treten soll. Interessierte für diese Aufgabe sind willkommen.

Am Samstag, den 13. Oktober, wird aber erst einmal gefeiert. Die ehemaligen und zukünftigen Spielstubenkinder und -mütter sowie alle Freunde sind eingeladen, um mit einem Glas Sekt oder Saft auf die Spielstube anzustoßen.

Ein erstes Geschenk zum Jubiläum hat der Bezirksbeirat schon angekündigt: Es wird ein neues Vorlesesofa sein.