Neckarau

Neckarau Kleingärtnerverein Mannheim-Süd feiert / Gute Laune und mehr als 1000 Gäste beim Gartenfest der größten Anlage Baden-Württembergs

Freude über Erfolg beim Wettbewerb

Archivartikel

Zum frohen Beisammensein beim traditionellen Gartenfest trafen sich die Mitglieder des Kleingärtnervereins Mannheim-Süd. In diesem Jahr feierte man nach 51 Jahren wieder den ersten Preis des Kleingartenwettbewerbs der Stadt.

In der Kategorie der Anlagen mit mehr als 500 Parzellen haben die Gärtner am Promenadenweg nach 1967 wieder die Nase vorn. Rund 960 Gärten sind auf dem 3,7 Hektar großen Gelände entlang des Rheindamms und auf dem Aufeld-Gelände vereint. Der größte Verein Baden-Württembergs ist gleichzeitig der zweitgrößte in ganz Deutschland. Bewertet wurden von der Jury die Einzelgärten wie die öffentlich zugänglichen Flächen und die Bemühungen zur Umweltverbesserung.

Vorsitzender Alexander Kubiak, erst seinem einem Jahr kommissarisch im Amt, ist stolz auf den Erfolg und kümmert sich schon um neue Projekte. Mitten im Bau ist die Gemeinschaftsfläche gegenüber dem Vereinslokal „Querbeet“, das dann auch für die zukünftigen Sommerfeste genutzt werden soll. Jedes Jahr mit neuen Spielgeräten bestückt werden die beiden vereinseigenen Spielplätze und in Sachen Naturschutz plant man die Errichtung eines Insektenhotels, einer Trockenmauer und eines Tümpels. Und in den kommenden Jahren steht die Erneuerung der rund 26 Kilometer langen Wasserleitungen an.

Aktive Frauengruppe

Möglich werden diese Vorhaben nicht ohne ehrenamtliches Engagement der rund tausend Mitglieder und ihres Fördervereins, der seit drei Jahren unterstützt wird durch die 17-köpfige Frauengruppe. Unermüdlich wird hier gebacken und gekocht, gebastelt und gewerkelt, gesammelt und eingetopft. Unter der Leitung der nimmermüden Monika Schneider organisieren die rührigen Frauen im Januar das Glühweinfest, im Mai die Pflanztauschbörse, im Juni den Gärtnerflohmarkt und Ende November den Adventskranzverkauf. Externe Besucher sind dazu übrigens willkommen.

Junge Familien gesucht

Einmal im Jahr steht ein gemeinsamer Ausflug auf dem Programm. Das Team harmoniert hervorragend und doch wünscht man sich Verstärkung und Verjüngung. Renate Scheller, seit 43 Jahren treues Mitglied, meint: „Wir freuen uns über Zulauf, Hilfe und auch neue Ideen.“

Der Verein möchte gerne, wie Alexander Kubiak, bekräftigt, mehr junge Familien als Mitglieder: 50 Bewerber stehen derzeit auf der Warteliste. Wer allerdings nur seinen Liegestuhl aufstellen und die Natur Natur seinlassen möchte, ist an der falschen Adresse.

Zwei Drittel eines Gartens müssen mit Obst und Gemüse angepflanzt werden, ob Apfelbaum oder Endiviensalat spielt keine Rolle. Hochbeete liegen wegen der bedienfreundlichen Höhe derzeit im Trend. Vorstände und Obleute des Vereins gehen immer wieder durch die Reihen, um nach dem Rechten zu sehen.

Jederzeit offen ist der Verein für passive Mitglieder, so wie etwa Herbert Dechant, der sich auch zum Sommerfest einfindet. Er wohnt im Lindenhof und braucht mit dem Fahrrad eine Minute zum Verein: „Ich genieße die Anlage, die Gastronomie, die Gelegenheit, entspannt Freunde zu treffen, und möchte das Engagement des Vereins deshalb hier unterstützen.

Wie eng der Zusammenhalt hier ist, zeigt die ehrenamtliche Arbeit von Jürgen Bauer. Als gelernter Bäcker- und Konditormeister ist er zwar nun in einem anderen Beruf tätig, backte aber im großen Ofen des Vereinshauses 20 Zwetschgenkuchen aus dem Obst seiner Vereinskollegen. Da alle Kuchen bereits am ersten Festtag weggingen wie warme Semmeln, krempelte er die Ärmel hoch und machte sich an die Arbeit für weitere 29 Exemplare.