Neckarau

Neckarau Kulturfest macht das Patrozinium von St. Jakobus zu etwas ganz Besonderem

Friedliches interkulturelles Miteinander

Archivartikel

Festgottesdienst, Chorgesang, Auftritt der Kinder des Jakobus Kindergartens und gesellige Runden – alles war so wie es sich für ein Gemeindefest gehört. Doch das Besondere am Patrozinium von St. Jakobus war das Kulturfest. Beim Feiern Menschen begegnen, die in der Nähe wohnen und die mit ihrer Kultur das Zusammenleben auch in Neckarau bereichern, war die Idee des vielfältigen Abends, zu dem die Kirchengemeinde in den Hof hinter der Kirche eingeladen hatte.

„Mit dem Kulturfest wollen wir einen Beitrag zu einem friedlichen interkulturellen Miteinander leisten, was heute wichtiger ist denn je“, betonte Moderator Manfred Rompel. Erstmals vor zwei Jahren habe die katholische Gemeinde in Neckarau ein solches Fest der Begegnung als Auftakt zum Patrozinium organisiert. „Und das war gleich ein solcher Erfolg, dass wir beschlossen, das Kulturfest beim diesjährigen Fest zu wiederholen“, berichtete Rompel.

Folklore- und Gemeindegruppen aus Mannheim boten den zahlreich erschienenen Gästen ein buntes Programm mit Musik, Tanz und Gesang.

Folklore aus Mannheim

Eröffnet wurde der Abend durch die bolivianische Tanzgruppe „Sonrisa Boliviana“, was so viel bedeutet wie „das bolivianische Lächeln“, erläuterte Rompel, der auch den Bolivienkreis von St. Jakobus leitet. Und ihre Freude am Tanz in farbenfrohen Kostümen übertrug sich ganz unmittelbar auf das Publikum.

Aufhorchen ließ ein Gesangsduo der Alevitischen Gemeinde Rhein-Necker, die ihr Zentrum in der Casterfeldstraße hat. Bei den traditionellen Liedern von Yaren Yesil und Erkin Arslan, begleitet mit Gitarre und Balama, einem über 1200 Jahre alten Instrument, tanzten viele Besucher rings um den bis auf den letzten Platz gefüllten Biergarten mit.

Nach diesen mystischen Tönen entzündete die Tanzgruppe des spanischen Centro Cultural in leuchtend roten Volantröcken und gepunkteten Blusen ein wahres Feuerwerk an temperamentvollem Flamenco. Bei den mitreißenden Rhythmen klatschte das Publikum begeistert mit. Da kam Urlaubsstimmung auf. „Doch eigentlich sind wir keine richtigen Spanier, sondern fast alle in Mannheim geboren“, erzählten die Mitglieder der gut gelaunten Gruppe.

Erstmal dabei war die bulgarische orthodoxe Kirchengemeinde Heiliger Petka Tarnovska, die ihre Gottesdienste in Maria Hilf feiert. Der Kirchenchor unter Leitung von Dobrin Panajotov erfreute mit stimmgewaltigem Gesang und Kompositionen von „Beim Fest vor zwei Jahren kam der Anstoß, auch die Jakobusgemeinde als Gastgeber sollte etwas Folkloristisches anbieten“, erzählte Rompel. Mit deutschen Volksliedern lud die KJG Medium – die 1974 gegründete älteste Jungschargruppe der Erzdiözese Freiburg – zusammen mit Freunden die Gäste zum Mitsingen ein.

Kulinarisches Vergnügen

Für einen mitreißenden und furiosen Abschluss des rundum gelungenen Festes sorgte der zahlenmäßig am stärksten vertretene Verein der Griechen aus Pontos. Ergänzend zu Musik und Tanz boten die Gruppen deftige und süße Köstlichkeiten aus ihrem Kulturkreis an.