Neckarau

Neckarau Spanischsprachige Gemeinde „Misión Católica“ feiert mit Dekan Karl Jung gut besuchte Flamenco-Messe in Jakobuskirche

Gäste spenden einen Pilgerstab

Archivartikel

„Es ist für uns schon eine Tradition, die Liturgie miteinander zu verbinden“, erklärte Priester Diego Oscar Elola bezogen auf den Gottesdienst in spanischer und deutscher Sprache in der katholischen St. Jakobuskirche in Neckarau. Seit 2015 hält die spanischsprachige Gemeinde „Misión Católica Mannheim-Weinheim“ jährlich diese Marienmesse ab, mit Flamenco-Tanz und Folklore auf akustischen Gitarren. Auch diesmal wieder durften sich die weltoffenen Organisatoren über eine proppenvolle Jakobuskirche freuen.

„Es ist ein bewegender und öffnender Gottesdienst“, erläuterte Dekan Karl Jung nach der einziehenden Prozession der Heiligen Mutter von El Rocio als goldene Figur, helfende Messdiener positionierten die Figur hinter dem Altar. „Die spanischsprachige Gemeinde ist für uns ein Vorbild. Sie feiert nicht abgeschottet, sondern mit uns Deutschen, mit uns allen“, begrüßte Dekan Jung den Blick über den eigenen Tellerrand. Auf diese Weise, wie Jung betonte, leben die spanischstämmigen Mitbürger aktive Integration. Wegen der frühsommerlichen Hitze fächerten sich viele Besucherinnen etwas Luft ins Gesicht. In diesem Zusammenhang, in Bezug auf den Fächer als südländisches Mode-Accessoire, sprach der Mannheimer Stadtdekan metaphorisch über den Heiligen Geist, der durch diese abkühlende Luft die irdische Welt betrete, als spirituelle Erfrischung: „Machen wir die Fenster unserer Herzen auf und lassen den frischen Heiligen Geist hereinwehen.“

Volkstümliche Choreographien

Anschließend führte ein Mädchentanzensemble, das regelmäßig in den Räumlichkeiten der spanischsprachigen Kirchengemeinde „Misión Católica“ im Quadrat D 6 trainiert, sowie eine exotische Fächer- und Schultertuch-Tanzgruppe volkstümliche Choreographien auf, die man in dem Stilbegriff „Sevillana“ zusammenfasst.

Zur Belustigung der Besucher ahmte Jung einige Schritte des strengen Fächertanzes später nach. Darüber hinaus überreichte der Goldschmied Reinhard Schütze dem Priester Diego Oscar Elola einen selbstgefertigten Maria-Stab aus Kunststoff und Messing. Es handelt sich dabei um eine Nachbildung des Pilgerstabs von Erzbischof Robert Zollitsch während des Katholikentags. Als Anerkennung dafür hängte Priester Elola dem 73-jährigen Goldschmied, der bis vor zweieinhalb Jahren eine Werkstatt im Quadrat U 1 geführt hat, eine Medaille um.

Oben unter der kalkweißen Kirchendecke schwebte eine schwarze Drohne umher, um den Gottesdienst aufzuzeichnen. Für musikalische Begleitung sorgte das Trio von Piccolo Flötistin Bianca Alecu, Gitarristin Lourdes Martin Ramos und Gitarrist Rainer Hawelka. „Ich bin mit dem berühmten Kaffeehaus Hawelka in Wien verwandt“, erzählte Gitarrist Rainer Hawelka. „Leider war ich noch nie dort, ich habe es mir aber vorgenommen“, verriet der 59-Jährige.

Nach dem länderübergreifenden Gottesdienst fand ein gemeinsames Mittagessen mit Würstchen und Kartoffelsalat im Jakobs-Gemeindesaal statt, untermalt mit Musik von DJ Pepe. Im letzten Dezember 2018 war Priester Diego Elola als Gast in der TV-Talkshow „3 nach 9“ im NDR-Fernsehen zu sehen gewesen. Wie empfand der aus Argentinien stammende Geistliche diesen Auftritt? „Die Redaktion war zu oberflächlich vorbereitet auf mich“, bemängelte Elola. „Ich hätte gerne mehr über Mannheim erzählt und mit Sigmar Gabriel oder Jan Böhmermann interagiert.“

Info: Fotostrecke unter www.morgenweb.de/neckarau