Neckarau

Neckarau Stadtteilgespräch der SPD zur Bildungsentwicklung / Baugebinn im kommenden Jahr

Ganztagsschule „schneller als ursprünglich gedacht“

Ein Schwerpunkt beim Stadtteilgespräch der SPD-Gemeinderatsfraktion und des SPD-Ortsvereins (OV) Neckarau, Almenhof und Niederfeld im Volkshaus war die Schulentwicklung in Neckarau. Lena Kamrad, bildungspolitische Sprecherin der SPD, berichtete, dass laut Beschluss des Gemeinderats 124 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren in Mannheims Schulen investiert werden sollen. Davon kommen 25 Millionen Euro als Zuschüsse von Bund und Land.

Fusion steht an

„Stadtweit können so Maßnahmen an vielen Schulen umgesetzt werden, wie beispielsweise der Ausbau der Schillerschule Neckarau zur Ganztagsgrundschule, für die sich die SPD insbesondere in den vergangenen Etatberatungen stark gemacht hat“, so Kamrad. Schiller- und Wilhelm-Wundt-Grundschule würden demnach fusionieren am Standort Schillerschule und sich nach Auslaufen des Werkrealschulzweiges 2017/2018 zu einer Ganztagsgrundschule weiterentwickeln. Durch die Aufgabe des Grundschulstandortes Wilhelm-Wundt wird die Realschule räumlich entlastet und kann die freiwerdenden Kapazitäten für eine stabile Dreizügigkeit nutzen. Rund 3,5 Millionen hat die Stadt im Haushalt eingestellt für Brandschutzmaßnahmen an der Schillerschule und die Dachsanierung bei der Wilhelm-Wundt-Schule.

Die Stadt, so Kamrad, habe die Betriebsgesellschaft BBS damit beauftragt. 21,6 Millionen Euro kosteten Sanierung und Ausbau der Schillerschule zur Ganztagsschule sowie Außenanlage, Sporthalle, Fachraum und Dach der Wilhelm-Wundt-Schule ingesamt. Nachdem der Gemeinderat zusätzliche Mittel bewilligte (2019: 600 000, 2020: 1 499 700 und 2021: 2 800 000 Euro), konnte das Maßnahmenvolumen über das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz (KInvFG) um 10,6 Millionen Euro aufgestockt werden. Nach Planung und Ausschreibung 2018/2019 folge der Baubeginn im dritten Quartal 2019, und 2024 soll alles fertig sein. „Das heißt, wir kommen schneller voran als ursprünglich gedacht“, freute sich Kamrad.

Netzwerk in Planung

„Das hört sich gut an, aber bezieht sich nur auf die Hülle? Wie sieht es mit dem inhaltlichen Konzept aus? Wenn man zwei Schulen zusammenlegt, gibt es dann auch eine Inklusionsklasse und wie geht man mit dem Lehrkörper um?“ Das wollten die Bürger wissen. Peter Deffaa, Leiter der Wilhelm-Wundt-Grundschule, und Thiemo Mast, Konrektor der Schillerschule, erklärten, sie seien schon seit langem dazu im Gespräch. Deffaa erklärte, er werde sich zurückziehen und sein Konrektor gehe in den Ruhestand. Bei 380 bis 400 Schülern werde es mit Sicherheit auch eine Inklusionsklasse geben. OV-Vorsitzender Mathias Kohler erklärte, dass durch die Zusammenlegung der Grundschulen sich der Schulbezirk verändern werde. Doch es gebe keinen Schulweg über die Rheingoldstraße. Erforderlich sei durchgehend Tempo 30. Erfreulich hingegen sei, dass Mannheim neben der bereits vorhandenen Fahrradstraße (Mönchwörthstraße seit 2013) eine neue Fahrradstraße in der Luisenstraße plane.

Rektor Deffaa mahnte, die 30 Schüler aus der Franz-Grashof-Straße nicht zu vergessen. Für sie gebe es beim Media Markt mit viel Schwerlastverkehr keinen gesicherten Übergang und auch keine Bushaltestelle. Das gleiche gelte für den Wohnbereich hinter der Firma Stadler in Richtung Rheinau.

Ein weiteres Thema war die Seniorenarbeit. „Wir sind dabei, ein Netzwerk zu organisieren“, erklärte Kohler. Stadträtin Marianne Bade informierte über die Initiative „Älter werden in Neckarau“: In Neckarau gebe es zwar viele Angebote für Ältere, aber die seien wenig bekannt und nicht vernetzt. Das soll sich ändern. Zwei Veranstaltungen habe es bereits zu dem Thema gegeben. Viele Menschen seien bereit, ehrenamtlich mitzuarbeiten. Am Mittwoch, 16. Mai, 14 bis 16 Uhr lädt die Initiative „Älter werden in Neckarau“ zu einer Infoveranstaltung ein .