Neckarau

Neckarau Ausverkaufte Lesung mit Barbara Eckert-Stahl in der Stadtbücherei

Humoriges rund ums Frausein

Kein Platz war mehr frei bei der Lesung der Malerin, Zeichnerin und Kabarettistin Barbara Eckert-Stahl in der Stadtbücherei Zweigstelle Neckarau. Am Weltfrauentag begrüßte Leiterin Gertrud Gerner rund 50 Zuhörerinnen und auch etwa zehn Zuhörer in ihren Räumen in der Heinrich-Heine-Straße.

Die Neckarauer Künstlerin las aus ihrem Buch „…wie dahääm bei uns!“ mit Betrachtungen rund um Frauenleid und -lust. Die Texte im Mannemer Dialekt basieren auf dem Programm des Frauen-Kabarett-Trios „Kesse Motten“, das, 1995 gegründet, bis 2014 mit viel Erfolg in der Region auftrat.

Viel Selbstironie

So wie damals geht es in dem 2017 erschienenen Buch um die mit viel Selbstironie verfassten Mühen der Frauen um ihr Äußeres, Gesundheit und um ihr Glück in Liebesdingen. Nicht mehr ganz taufrisch, aber gut erhalten, versucht man sich noch fitter, frischer und hübscher zu präsentieren.

Dazu gehört auch der Gang „uff die Woog, ach wenn ich mich so plog“ oder die schmerzhafte Begegnung mit dem Heißwachs zur Enthaarung. „Ab morgen werd’ ich fit“, heißt es für den „Rollmops“, der sich hoffnungsvoll in ein enges Teil quetscht: „es passt ja bald“. Aquafitness, Aerobic, Stretching alles wird probiert - doch nix passiert. Man bleibt wie man ist - „ok - außen weich und inne schee“.

An diesem Abend bleibt nichts menschliches außen vor: die Beschwernisse des Alters („ach Herr Doktor“), die Probleme der Stehpinkler für die Hausfrau oder der mangelnden Libido der Ehemänner für die Ehefrauen („komm auf die Matratz’ Schatz“).

Das bekannte und beliebte Gesamtpaket der „Kessen Motten“ mit Kostümen, Requisiten, Choreographie und vor allem der Musikdarbietung von Pianist Addl Weis, war an diesem Abend leider nicht geboten. Viel Vergnügen hatten die Gäste dann aber doch beim Betrachten der ausgestellten Illustrationen passend zu den Buchtexten.

Das Publikum war guter Dinge. Besucherin Jacqueline Ludwig amüsierte sich über das kurzweilige Programm und resümierte: „wie aus dem Leben gegriffen“. Auch ihre Kollegin Kerstin Ludwig meinte: „Man erkennt sich doch bisweilen wieder“. Sie genoss die Musik von Hans Heiser, der Gitarre spielte und nah am Original rund ein Dutzend bekannter Edel-Oldies aus den sechziger Jahren sang. Zwei Besucherinnen, die ihre Namen nicht nennen wollten, zeigten sich angesichts des Weltfrauentags etwas enttäuscht: „Es ging ja nur um’s Aussehen, um die Fassade und um Sex. Wir hätten uns einen etwas subtileren Humor gewünscht. Toll sind aber die Illustrationen“.

Karin Seifried, die Vorsitzende des Fördervereins war indes sehr zufrieden mit der Veranstaltung und meinte: „Unser Ziel ist es, uns mit der Bücherei hier im Ortsteil vernetzen. Wir hoffen auf Unterstützung unserer ehrenamtlichen Arbeit und freuen uns immer, wenn viele Leute in die Bücherei kommen.“ ube