Neckarau

Neckarau Laternen-Marsch der Interessengemeinschaft (IG) / Abschluss in der Matthäus-Gemeinde

Kinderpunsch im warmen Kirchenschiff

In den letzten Jahren hat der Sankt-Martins-Umzug, der im August-Bebel-Park startet, seinen feierlichen Abschluss im Schulhof des Bach-Gymnasiums genommen. Wegen der nassen Witterung verlegten die Organisatoren allerdings das traditionelle Martinsspiel, etwas modernisiert und in die Gegenwart übertragen, diesmal in die evangelische Matthäuskirche. "Wir verteilen Liedblätter. Zwar kennen alle die Melodien, aber nicht den genauen Text", erklärte Vorsitzende Claudia Küstner von der veranstaltenden Interessengemeinschaft (IG) Neckarauer Vereine. Auf dem ausgeteilten Liedblatt standen die Texte von Volksliedern wie "Durch die Straßen auf und nieder" und "Ich geh mit meiner Laterne".

Werte vermitteln

Sichtlich Spaß hatten die Heranwachsenden wieder an der abendlichen Wanderung quer durch den abenddunklen Stadtteil Neckarau. Dabei trugen die Mädchen und Buben leuchtende Laternen in Form von grünen Drachen und gelben Minions in den kleinen Händchen.

Außerdem lief ein Pferd der Reitgemeinschaft mit durch die feuchten Gassen. In einem der Lieder sangen die Mädchen und Buben: "Durch die Straßen auf und nieder, leuchten die Laternen wieder. Rote, gelbe, grüne, blaue, lieber Martin komm und schaue."

Eine halbe Stunde nach dem Start füllte sich schließlich das blendend weiße Innere der evangelischen Matthäuskirche, bis das Gotteshaus voll besetzt war. In einer Ecke spielte wie gewohnt die Blaskapelle Dannstadt.

"Die christlichen Werte sind auch heute noch wichtig für unser Zusammenleben", erinnerte Pfarrer Tobias Hanel in seiner Ansprache. "Werte wie Teilen, Barmherzigkeit und Aufmerksamkeit. Ich finde es wichtig, dass man die Kinder daran erinnert, jedes Jahr zum Sankt-Martins-Umzug."

Hinterher führten die Ministranten der katholischen Jakobusgemeinde das Martinsspiel um den mit dem Schwert zerteilten roten Offiziersmantel auf. "Bettler gibt es heute immer mehr. Die Politik sollte dagegen etwas unternehmen", lautete ein Zitat aus dem Schauspiel der Jugendlichen.

Im Eingangsbereich der Matthäuskirche verkaufte das ehrenamtliche Team um Helfer Peter Dörflinger heiße Schweine- und Rindswürstchen, Glühwein sowie süßen Kinderpunsch zugunsten der Arbeit des Jugendtreffs am Bebel-Park. "Wir nehmen seit acht Jahren am Martinsumzug mit einem Verkaufsstand teil. Wir organisieren auch immer ein Ostereiersuchen im Frühjahr", schilderte Helfer Peter Dörflinger: "Die Kids fühlen sich wohl im Jugendtreff." Obwohl der Ehrenamtliche im vergangenen Jahr einige sehr schwere Krankheiten hatte, zeigt sich der 68-Jährige jetzt wieder ganz genesen und fit wie eh und je.

Auch in Zukunft möchte sich Peter Dörflinger daher tatkräftig für das Gemeinwohl im Mannheimer Süden einsetzen: Momentan plant der Unruheständler diverse Projekte für die Senioren im Stadtteil Neckarau, die sich im örtlichen Volkshaus treffen könnten, etwa zu Gesellschaftsspielen.

Wege aus der Einsamkeit

"Um die älteren Menschen aus der Einsamkeit herauszuholen. Im Volkshaus kann man sich täglich treffen und nach vorheriger Anmeldung zu Mittag essen", erläuterte Peter Dörflinger. Er ist in der SPD aktiv und findet: " Man muss die Leute anstoßen."

Der nächste Termin in der evangelischen Matthäusgemeinde steht bereits fest: Am kommenden Samstag, 18. November, findet im evangelischen Gemeindehaus in der Rheingoldstraße 28, zwischen 11 und 17 Uhr, ein Flohmarkt statt. Die Standgebühr beträgt zehn Euro und einen selbstgebackenen Kuchen. Anmeldungen sind bei Annette Arnold unter Telefon 0621/8 45 87 55 und per E-Mail waarnold@t-online.de möglich.