Neckarau

Neckarau Seit zwei Jahre gibt es den Neckarau Parkrun / Kein Wettkampf, sondern ein Gemeinschaftserlebnis im Waldpark

Lauf 112 – der für die Feuerwehr

Archivartikel

Was ist das für ein emsiges Treiben in aller Früh auf dem Strandbadparkplatz? Eine Gruppe ist seit acht Uhr dabei, Vorbereitungen zu treffen. Leute gehen los, positionieren Richtungspfeile auf den Wegen und markieren so eine fünf Kilometer lange Laufrunde durch den Waldpark und am Rheinufer entlang. Auf dem geteerten Weg beim Parkplatz werden Pylonen aufgestellt. „Das ist der Zieleinlauf für unsere Läufer“, erklärt Swantje Richter. Die Laufleiterin gehört zum Team, das seit zwei Jahren jeden Samstag den Neckarau Parkrun organisiert – jetzt wurde die 112. Auflage gestartet.

Was lag da näher, als ihn den Feuerwehrleuten zu widmen, die nicht nur zu den regelmäßigen Teilnehmern gehören, sondern dieses Mal unter Leitung von Alexander Kleinmagd auch an der Organisation beteiligt waren. Parkruns haben ihren Ursprung in England. Vor 15 Jahren hatte Paul Sinton-Hewitt die Idee und startete mit 13 Läufern und vier Helfern den ersten Sport-Treff. Aktuell machen Sportler in 21 Ländern mit: Es gibt 2000 Parkruns weltweit – fast wöchentlich kommen neue Standorte hinzu.

In Neckarau waren es Martin und Swenja Beck, David und Michelle Sweeney, die den Parkrun ins Leben gerufen haben. Seit Dezember 2017 richten sie den Lauf nun jeden Samstag aus. Sie alle vier kennen die Idee aus ihrer Heimat oder von einem Auslandsaufenthalt. „Es ist kein Rennen – es geht nicht nur ums Laufen, sondern um die Menschen und das Miteinander“, sagt Martin Beck.

Der Neckarau Parkrun ist kostenlos, immer fünf Kilometer lang, findet jede Woche statt, man muss sich nicht anmelden – und jeder ist willkommen. Wer sich im Vorfeld registriert, bekommt einen Barcode, der im Zielbereich eine offizielle Zielzeit generiert. „Viele Läufer beispielsweise von der MTG Mannheim oder Triathleten nutzen den Lauf als Trainingseinheit. Andere können sich zum Jahresauftakt besser motivieren, wenn sie wissen, dass sie mit anderen zusammen laufen“, sagt Richter. Der Lauf habe keinen Wettkampfcharakter. Das Motto: Niemand wird jemals der Letzte sein – außer den offiziellen Schlussläufern. „Wir freuen uns über jeden, der mit uns den Samstagmorgen verbringen möchte – egal, ob laufend, walkend, hüpfend oder helfend“, sagt Richter.

Jeden, den man nach dem Besonderen des Parkruns fragt, hat dieselbe Antwort: „die Gemeinschaft!“ Auch für Tina Brodback und ihren Sohn Petrik (10) sowie Christiane Lober und Artur Kowalewsk ist das der Hauptgrund, teilzunehmen.

Gratulation an jeden

112 Läufer sind an diesem Samstag am Strandbadparkplatz am Start – Rekord. Dabei sind auch Kirstin, Joshua und Andreas Sturm aus Gießen sowie Maike Scharp aus Boston, die gerade Freunde in Mannheim besucht. Um kurz vor 9 Uhr gehen die Teilnehmer zum Start. Davor gab es eine Streckeneinweisung durch Laufleiterin Richter, eine herzliche Begrüßung und einen Dank an die Helfer. Außerdem wurde Martin Beck verabschiedet, der beruflich nach Amerika geht. Die Runde durch den Park und am Rheinufer entlang ist an diesem Morgen etwas schwieriger wegen der matschigen Wege.

Es gibt schnelle und langsame Läufer. Manche rennen gegen die Uhr, ein Mann läuft mit seinem Hund, andere laufen zusammen, unterhalten sich und erreichen gemeinsam das vom Organisationsteam markierte Ziel. Jeder Läufer wird herzlich empfangen, jedem wird gratuliert. Anschließend gehen die meisten der Teilnehmer ins Restaurant Purino auf der anderen Seite des Strandbades zum gemeinsamen Frühstücken.