Neckarau

Neckarau 125 Jahre Friedhofsgärtnerei Stelzer / Mit dem ersten Geschäft in der Bismarckstraße fing 1894 mitten im Kappesviertel alles an

Liebe zum Beruf in vierter Generation

Archivartikel

Die Friedhofsgärtnerei Stelzer genießt über Neckarau hinaus einen guten Ruf. Daran hat der Familienbetrieb lange gearbeitet. „Wir sind mit Leib und Seele Friedhofsgärtner in der vierten Generation und freuen uns, in diesem Jahr unser 125-jähriges Firmenjubiläum feiern zu können“, sagt Inhaber Bernd Stelzer.

Begonnen hat die Geschichte 1894, als Franz Josef Stelzer, ein Kappenmacher und Landwirt, in der Bismarckstraße im Kappesviertel in Neckarau den ersten eigenen Blumenladen gründete. Nach seinem Tod 1913 übernahm Sohn Max den väterlichen Betrieb, mit dem er dann 1920 in die Schmiedgasse umzog. Zusätzlich zum Blumenladen begründete er zwischen 1925 und 1928 eine Gärtnerei unterhalb des Neckarauer Wasserturms.

1935 wurde die Gärtnerei in die Friedhofstraße 4 verlegt. Dort baute Max Stelzer zwischen 1937 und 1940 ein neues Wohnhaus und einen Blumenladen. Mit Paul Stelzer übernahm 1957 die dritte Generation die Friedhofsgärtnerei. Zwei seiner vier Kinder absolvierten ebenfalls eine Gärtner- und Floristenlehre: Tochter Jutta bei Blumen Otto und der jüngere Sohn Rainer, der sich nach einer zusätzlichen Ausbildung als Florist 1991 auf der gegenüberliegenden Straßenseite selbstständig machte – mit einem Blumenladen und später noch einem Blumencafé.

Auch Sohn Bernd hatte zunächst eine Lehre im elterlichen Betrieb begonnen, wechselte dann aber nach der Bundeswehr und Techniker-Ausbildung in die Computerbranche. Dort war er 20 Jahre lang als begeisterter Computertechniker tätig. Doch 1997 kehrte er zurück in den elterlichen Betrieb, weil sein Vater erblindet war.

2005 übergab Paul Stelzer seinem ältesten Sohn die Firma. Seitdem leitet Bernd Stelzer die Geschicke der 1300 Quadratmeter umfassenden Friedhofsgärtnerei. Er wird tatkräftig unterstützt von sieben Mitarbeitern, darunter ist auch seine Schwester, Jutta Throner. Auch seine Mutter Hildegard hilft immer noch mit. „Sie ist die gute Seele des Hauses“, sagt Bernd Stelzer bewundernd.

Das Team der Friedhofsgärtnerei Stelzer führt auf dem Friedhof in Neckarau hauptsächlich Grabgestaltung und Grabpflege aus. Hinzu kommt der Verkauf von Pflanzen, Blumen und Zubehör. „Mit unseren Leistungen wollen wir die Angehörigen entlasten“, erklärt Bernd Stelzer. „Das liebevolle Bepflanzen des Grabes ist ein Zeichen des Gedenkens; damit die Grabstätte immer gepflegt aussieht, bieten wir jährliche Grabpflege mit jahreszeitlicher Wechselbepflanzung“, sagt Bernd Stelzer.

Eine regelmäßige Betreuung der Grabstätte kann auch durch eine Dauergrabpflege über die Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner vereinbart werden. Mit gärtnerischer Erfahrung wird ein Grab ganz nach den Wünschen der Angehörigen bestmöglich gestaltet.

„Friedhöfe sind ein klarer Spiegel der Gesellschaft“, sagt Bernd Stelzer. Der Friedhofsgärtner muss es wissen. Schon als Junge hat er mit seinem Vater die Gräber auf dem Neckarauer Friedhof gepflegt.

Vor drei Jahren haben die Friedhofsgärtner Bernd Stelzer und Verena Morasch als Arbeitsgemeinschaft der Genossenschaft Badischer Friedhofsgärtner Karlsruhe und der Friedhöfe Mannheim vor Ort ein Parkgrabfeld auf dem Neckarauer Friedhof gegründet.

Liebevoll angelegte Landschaft

In der liebevoll angelegten Parklandschaft mit Bachlauf, einem kleinen Teich, ausgesuchten Stauden und Gehölzen sowie Sonnensegel und Sitzgelegenheiten für die Angehörigen fügen sich die einzelnen Gräber harmonisch in das Gesamtbild ein.

Als ein in Neckarau verwurzeltes Unternehmen bringt sich die Friedhofsgärtnerei Stelzer zudem vielerorts ins Stadtteilleben ein: beispielsweise durch Spenden von Blumen und Pflanzen an die örtlichen Vereine sowie an die katholische und evangelische Kirche.

Info: Fotostrecke unter www.morgenweb.de/neckarau