Neckarau

Neckarau Stadtteiltag der CDU zu Verkehrsproblemen rund um den Marktplatz / Bürger klagen über Staus im Bereich Friedrichstraße

Minikreisel soll Situation entspannen

Archivartikel

Beim Stadtteiltag der CDU Gemeinderatsfraktion in Neckarau griff Bundestagsabgeordneter Nikolas Löbel unter Beteiligung vieler Bürger ein altbekanntes Thema wieder auf. „Bekanntermaßen ist der Verkehrsfluss durch Alt-Neckarau schlecht“, erklärte er. Insbesondere durch Linksabbieger staue sich der Verkehr vom Marktplatz zurück bis zur Neckarauer-/ Casterfeldstraße. „Die Kreuzung Rheingold-/Friedrichsstraße am Marktplatz ist ein Nadelöhr“, so Löbel.

Spätestens beim Verkehrsentwicklungsplan von 2003 habe man den Handlungsbedarf erkannt, doch seitdem habe sich nichts mehr getan, obwohl die CDU und der Bezirksbeirat immer wieder den Bau eines Kreisverkehrs gefordert hätten. Bei einer Frequenz von 11 500 bis 12 000 Fahrzeugen am Tag sei die Rheingoldstraße eine der meist befahrenen Straßen. „Das Urproblem ist, Neckarau wurde so geplant, dass alle durchfahren“, sagte Löbel.

Auch die Aufeldmisere lasse sich laut Löbel nicht so schnell in den Griff bekommen. „In Neckarau gab es drei neuralgische Punkte: die Morchfeld-Unterführung, die Schulstraße und die Verkehrsführung um den Marktplatz.“

Anwohner werden befragt

Nachdem die beiden ersten Probleme gelöst seien, sollte man jetzt wieder die Verkehrsführung um den Marktplatz überdenken, die alten Pläne aufgreifen und schauen, was getan werden könne. Vor 15 Jahren sei ein Minikreisverkehr im Kreuzungsbereich Rheingold-/ Friedrichstraße vorgeschlagen worden. „Städtebaulich ist ein solcher Minikreisel auch keine Verkehrsbarriere und kein Eingriff in den Marktplatz“, fand Löbel.

Ein Alternativvorschlag sei damals zudem eine Einbahnstraße weiter in die Friedrichstraße gewesen. „Doch das wäre nur eine Problemverlagerung.“ Städtebaulich gehe es um eine Neugestaltung Neckaraus. Verbunden damit seien so spannende Fragen, wie der Marktplatz aufgewertet werden könne oder der ruhende Verkehr. Das alles gehe nicht ohne Bürgerbeteiligung.

„Mein Ziel ist es, das Thema Verkehrssituation am Marktplatz Neckarau noch einmal auf die Agenda zu setzen“, betonte Löbel. Dazu erklärte der Neckarauer Stefan Kurrle: „Gegen einen Kreisverkehr hat keiner was, das würde die Verkehrssituation entspannen.“ Doch der Fußgängerüberweg in der Friedrichstraße mit Druckampel sei kontraproduktiv. Alle zwei Minuten werde darauf gedrückt und der Verkehrsfluss mit der vorderen Ampel Neckarauer-/Casterfeldstraße sei nicht damit abgestimmt. Dadurch komme es immer wieder zu Staus. Der Fahrradverkehr dagegen könnte in die Friedrichstraße als Parallelstraße umgeleitet werden, meinte Kurrle. Löbel erwiderte: „Auf einer Hauptstraße braucht es auch Fußwegeverkehr.“ Um Platz zu gewinnen, könnten eventuell Parkplätze reduziert werden, bei maximalem Stellplatzerhalt. Notwendig seien auch Überlegungen zum Fahrrad als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer.

Klaus Steinert wies auf die vielen kleinen Einzelhändler in dem Bereich hin, die auf die Stellplätze angewiesen seien. Deshalb sollten auch die Einzelhändler bei der Planung aktiv einbezogen werden.

„Parkplätze gibt es auch noch hinter dem früheren „Roten Ochsen“, erinnerte Uwe Küstner. Löbel erwidert: „Notwendig ist ein Gesamtplan zur Verkehrsführung unter Beteiligung aller Betroffenen. Wir von der CDU wollen, dass im nächsten Doppelhaushalt Planungsmittel für die Verkehrsführung um den Marktplatz und die Friedrichstraße eingestellt und die Planung zur Verkehrsentwicklung aus 2003 wieder aus der Schublade geholt werden.“