Neckarau

Neckarau Auftakt der Saison bei der Reitgemeinschaft an der Fohlenweide mit 300 Teilnehmern und 1400 Starts

Mit Grazie über die Stangen

Archivartikel

Die Reitgemeinschaft Mannheim-Neckarau hat an zwei Wochenenden Ende März wieder ein besonderes Programm auf die Beine gestellt. Bei dem großen Hallenreitturnier veranstaltete der Verein Prüfungen, nach Sparten getrennt, im Dressurreiten und Springreiten. Zahlreiche Besucher tummelten sich immer wieder in der Reiterhalle, um zuzusehen, wie Pferd und Mensch ein besonderes Team bildeten.

Glitzerband und Glamour

Comet Christo, ein Brauner, schnaubt durch die Nüstern, bevor er lostrabt und die Hindernisse mit Leichtigkeit und Eleganz überwindet. Auf dem Haupt trägt er ein Glitzerband, das ihm einen Hauch Glamour verleiht. Ein Pferd nach dem anderen tritt beim Springreiten an: Szenen, die die Blicke der Zuschauer wie ein Magnet anziehen und fesseln. Denn wenn die Vierbeiner voller Grazie und Entschlossenheit über die Stangen springen, hält so mancher Besucher für einen Moment den Atem an. Gelingt der Sprung oder bleibt das Tier mit den Beinen hängen? Nervenkitzel pur. Dann. Der erlösende Applaus. Und ein stolzer Reiter, der auf seinem vierbeinigen Gefährten aus der Halle trabt.

Eva Scheidel, zuständig für das Dressurreiten, schaut dem Spektakel gespannt zu. Ihre Enkelkinder sind unter den Prüflingen. Außerdem interessiert sie der Wettbewerb, an dem viele Vereinsmitglieder teilnehmen. „Hier geht es um Springen bis zu Schwer mit zwei Sternen.“ Viele Jugendliche legen die Prüfungen ab. „Wir sind dieses Jahr richtig überlaufen worden“, erzählte sie. Die Veranstaltung sei nicht zuletzt das erste Hallenturnier in diesem Jahr; für viele Reiter ist es der Auftakt einer Saison voller Prüfungen. „Wenn schönes Wetter ist, haben wir noch eine größere Reitbeteiligung“, sagt Scheidel. Stahlzelte dienen Teilnehmern, die eine weitere Anfahrt haben, als Unterkunft. „Wir haben für die schweren Klassen viele Auswärtige.“ Viele der Reiter stammen dennoch aus der Umgebung wie Hessen, der Pfalz und natürlich Baden-Württemberg, sowie natürlich aus dem eigenen Verein.

Die kleinsten Reitsportler ab dem Vorschulalter sind mit Führzügel am Start. „Sie werden geführt, müssen aber Trab und Schritt reiten“, sagt Scheidel. Dazu gehört es auch, sicher zu sitzen. Zu den Highlights gehört der Reiterwettbewerb. „Da sind die Vereinsmitglieder sehr erfolgreich gewesen in den Eingangsklassen E.“

Beim Dressurreiten winken auch Geldpreise. „Es gibt auch Stil-Springen“, so Scheidel. Dabei zähle nicht zuletzt auch die Harmonie zwischen Pferd und Reiter und es gehe um Noten. Wer die Hindernisse berührt, muss mit Abzügen rechnen.

Zum Springen haben sich rund 300 Teilnehmer angemeldet, das sind etwa 1400 Starts. Vor dem Turnier muss der Parcours festgelegt werden, zunächst am Computer, dann in der Realität. Auch die Besucher dürfen Reiten. Am Samstag und Sonntag findet das Ponyreiten für Gäste statt. Zudem finden dann bei schönem Wetter Kutschfahrten durch den Waldpark statt.

In der Abreithalle können Reiter und Pferd sich auf den Wettbewerb vorbereiten. Die Pferde werden aufgewärmt. Gleichzeitig wird vor dem Springen die Muskulatur der Tiere gelockert. Theresa Castaldo hat ihr erstes Hallenturnier in dieser Saison absolviert. „Dafür war ich zufrieden“, sagt sie über die Note 7,2. Sie hat außerdem null Fehler gemacht. „Ich reite, seit ich sechs Jahre alt bin“, sagt die 17-Jährige. Ihre jüngere Schwester Giulia ist erst am Samstag dran. Sie wird auf Cipollini ihre Prüfung ablegen. Wenn sie gerade nicht selbst im Sattel sitzen, halten die beiden sich dennoch in der Nähe des Parcours auf, um zu sehen, was die anderen machen. „Die Konkurrenz ist ziemlich stark“, sagt Theresa Castaldo.

Von klein auf dabei

Selina Weckmann startet in der Gruppe M mit einem Stern. Die 18-Jährige reitet, „seit ich laufen kann“, verrät sie schmunzelnd. Sie liebt an ihrem Hobby die tägliche Arbeit mit dem Pferd. Auch Cerrin Klimutta ist öfters in Neckarau am Start. Ihre Mutter Maren Onken feuert sie an. „Wir kommen immer wieder gern her“, lobt die Fußgönheimerin.

Miriam Müller gehört zu den Besuchern. „Ein Freund ist geritten“, erzählt sie. Für Birgit Dörsam, deren Mann dabei hilft, die Speisen zuzubereiten, ist das Turnier mit Nostalgie verbunden: „Ich bin hier aufgewachsen.“