Neckarau

Almenhof Krankheitsbedingte Personalausfälle machen Abfallwirtschaft zu schaffen / Abholtermine ändern sich ab sofort

Müll wird verspätet abgeholt – die Bürger sind sauer

Archivartikel

Seit Monaten gibt es im Almenhof Probleme mit der Müllabfuhr. Die Papiertonnen werden häufig erst Tage später geleert. Jetzt gibt es eine Entschuldigung vom Dezernat V, Bürgerservice, Umwelt und technische Betriebe. Alle hoffen auf eine Besserung in den kommenden Wochen.

Hubert Berberich aus Almenhof ist richtig sauer. Seit mehreren Wochen funktioniert die Abholung von Papierabfall im Almenhof von der Höferstraße bis zur Mönchhofstraße und zur Hochschule nicht. Gesammelt werden soll turnusmäßig donnerstags, 14-tägig. „Doch das klappt seit mindestens Ende Mai nicht mehr“, so Berberich. Anstatt am 31. Mai sei die Abholung erst eine Woche später am 6. Juni erfolgt. Als unschöner „Wochenschmuck“ hätten die Papier-Abfallbehälter eine Woche lang vor der Haustür am Straßenrand gestanden. Dass trotz Ankündigung keine Abholung an den markierten Tagen stattfindet oder dass dann sogar der Müll über das Wochenende stehengeblieben ist, kann er nicht akzeptieren.

Reklamationen per Telefon

„Nie wird mehr termingerecht abgeholt“, schimpfte er. „Statt am 11. wurde der Papierabfall erst am 19. Juli, also mehr als acht Tage später abgeholt, obwohl – wie immer – per Mail auf Donnerstag, 11. Juli angekündigt“, erzählte Berberich.

Und er ist nicht allein, sondern auch in der Nachbarschaft rumort es. Doch Reklamationen per Telefon kämen nicht an. Er selbst habe inzwischen außerdem bereits drei Faxe und drei Mails geschrieben. Erst in der letzten Woche habe die Abfallwirtschaft reagiert. „Bei allem Verständnis für irgendwelche Probleme, aber über Wochen kann man durchaus auch bei Engpässen Abhilfe schaffen“, glaubt Berberich. Dem Bürger dränge sich der Eindruck von „Unfähigkeit oder Unwillen“ auf.

Auf Anfrage dieser Zeitung nach den Ursachen und ob es bald Abhilfe gibt, teilte das Dezernat V mit: Die Papiertonnenkolonne Lindenhof/Almenhof sei zurzeit aufgrund einer Vielzahl von Neuaufstellungen von Papierbehältern im Rahmen von Neubauprojekten wie dem Glückstein-Quartier oder neuen Wohnanlagen wie in der Steubenstraße über ihrer Kapazität. Die Mitarbeiter der Kolonne könnten daher derzeit nicht alle Behältnisse im Rahmen ihrer regulären Touren laden.

Die Überbelastung von einzelnen Kolonnen werde üblicherweise durch Zusatzfahrzeuge aufgefangen. Dies sei allerdings in den letzten Wochen aufgrund von überdurchschnittlich hohen krankheitsbedingten Personalausfällen nicht möglich.

Auf die Frage, warum die Abfallwirtschaft auf Beschwerden von Bürgern nicht antwortet, erklärte das Dezernat: Das Kundencenter der Abfallwirtschaft sei derzeit ebenfalls aufgrund von überdurchschnittlichen krankheitsbedingten Personalausfällen überlastet und telefonisch nur eingeschränkt erreichbar. Daher hätten bisher noch nicht alle Beschwerden beantwortet werden können.

Über die städtische Hotline 115, das zentrale Postfach abfallwirtschaft@mannheim.de sowie den Mängelmelder würden jedoch weiterhin Beschwerden aufgenommen, die dann nach und nach durch das Kundencenter beantwortet würden.

Neue Abfallkalender

Auf die Frage, was getan wird, um für Abhilfe zu sorgen, antwortete das Dezernat: Im Rahmen kurzfristiger Touren-Umplanungen würden Arbeitsbelastungen auf andere Touren verteilt. Dazu sei es erforderlich, die Papiertour für den Lindenhof und Almenhof unterjährig zu verändern und in diesen Stadtteilen ab Anfang August neue Abfuhrtermine vorzusehen. Diese betrieblichen Änderungen würden mit Hauswurfsendungen begleitet und neue Abfallkalender verteilt.

Zudem würden kurzfristig Leasingkräfte in der Abfallwirtschaft eingesetzt, um Personalengpässe in der Abfallentsorgung aufzufangen. „Die Belegschaft arbeitet mit großem Einsatz daran, die Rückstände infolge der Betriebsstörungen aufzuarbeiten. Parallel arbeitet die Abfallwirtschaft an verschiedenen Maßnahmen für eine optimierte Information und Kommunikation mit den Kunden“, heißt es aus dem Rathaus.