Neckarau

Lindenhof Siebenköpfige „Birdland Company“ gibt Konzert im Vereinsheim des MFC 08 / Prominentes Urgestein zu Gast

Musiker lassen Saxofonist Wolf Kaiser hochleben

Archivartikel

„Wir wissen noch gar nicht, was wir spielen werden“, parlierte Bandchef Jo Gregor vor dem Auftritt und erkundigte sich bei seinen Mitstreitern: „Wer sagt die Lieder an?“ Als erprobte und bühnenerfahrene Musiker, die ein imaginäres Band miteinander verbindet, können die sieben Mitglieder der Swing-Band „Birdland Company“ etliche verinnerlichte Repertoire-Stücke auf Abruf aus dem Ärmel schütteln, so dass die Nummern spontan im Moment entstehen, was das Orchester besonders flexibel macht. Im Vereinsheim des Fußballvereins MFC 08 Lindenhof, der idyllisch im Promenadenweg residiert, spielte das jazzige Ensemble „Birdland Company“ vor 70 Besuchern bei Spargel und Schnitzel.

Auf Einladung des Förderverein-Vorsitzenden Wolfgang Taubert gastierte die „Birdland Company“ wieder bei den Fußballern im Mannheimer Süden. Mit dem eröffnenden Stück „Up To Date“, bekannt als Titelmelodie der ZDF-Sendung „Das aktuelle Sportstudio“, stieg das Orchester in seinen Auftritt ein. „Jeder kennt das Stück, aber keiner weiß, wie es heißt“, amüsierte sich Posaunist Patrick Wewel.

Magische Momente

Trotz schwüler Hitze hatte sich die „Birdland Company“ dazu entschieden, das Konzert im Vereinsheim abzuhalten und nicht draußen auf der Terrasse. Dabei verzichtete das Ensemble unter Leitung der beiden Saxophonisten Jo Gregor und Martin Freund auf übertriebene Showeffekte, weshalb das Septett ohne bunte Scheinwerfer auskam und die pure Magie der Musik in den Mittelpunkt stellte. Im rustikalen MFC08-Vereinsheim stimmten die spielerisch aufeinander eingestellten Interpreten viele Songs an wie „Moonlight Serenade“ von Glenn Miller.

Zwischen den Beiträgen trieb Posaunist Patrick Wewel, der gebürtig aus Oberhausen im Ruhrgebiet stammt und der im nächsten November den Posten des Dirigenten der bekannten Big Band im Quadrat, aus der die „Birdland Company“ hervorgegangen ist, übernehmen soll, freche Späße mit dem Publikum. Immer wieder blätterte der 38-Jährige während des MFC08-Konzerts in einem roten Ringordner, um passende Stücke herauszusuchen. „Eine Nummer, die Miller für seine Frau geschrieben hat, denn zu Lebzeiten war er nicht der Vermögendste“, schilderte Posaunist und Moderator Patrick Wewel in Bezug auf den dargebotenen Song „A String of Pearls“ von Glenn Miller, der von einer teuren Perlenkette handelt, das Sehnsuchtsobjekt vieler materiell eingestellter Damen. Ein Stück folgte auf das nächste, wodurch ein Spannungsbogen entstand. Darf’s ein bisschen mehr sein? „Nur noch zwei, drei Nummern spielen wir? Fünf, sechs hört sich besser an“, spornte Bandleader Jo Gregor seine Kollegen zu einem verlängerten Zugaben-Block an. Zur „Birdland Company“ gehört der 75-jährige Gastakkordeonist Josef Zintl, der von 1989 bis 2006 regelmäßig mit befreundeten Heidelberger Musikern in der kalifornischen Kleinstadt Redondo Beach nahe Los Angeles in den fernen USA aufgetreten war.

Für den im Publikum sitzenden Wolf Kaiser, ein Urgestein der Blasmusik-Szene, brachte das Ensemble ehrenhalber die beiden Stücke „Creole Love Call“ von Duke Ellington und „Goody Goody“ von Benny Goodman zu Gehör. „Lieber Wolf, wir wollen dich hochleben lassen“, unterstrich dazu Saxophonist Jo Gregor.