Neckarau

Neckarau Narrengilde feiert mit rund 50 befreundeten Vereinen aus der ganzen Region

Pilwe erinnert an Tradition ihrer Umzüge

Seit über 60 Jahren schlängelt sich auf dem Höhepunkt der närrischen Kampagne ein lärmendes, buntes Zügl durch Neckarau. „Wann genau der erste Umzug war, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit feststellen“, räumte der Präsident der Neckarauer Narrengilde „Die Pilwe“ beim Ordensfest in der Rheingoldhalle ein. Nach einigen Nachforschungen kamen aber Rolf Braun und seine Mitstreiter zu der Überzeugung, dass die erste richtige Narrenparade 1953 durch die Straße des Vorortes gezogen ist. Und so feiert die Pilwe in der aktuellen Saison mit ihrem Jahresorden 6 mal 11 Jahre Neckarauer Zügl. Das erfuhren die Vertreter der Karneval-Kommission sowie rund 50 befreundeter Fasnachtsvereine aus Mannheim und der Region.

Mini-Vorläufer führt zur Gründung

Fest steht indes, dass der närrische Zug einen kleinen Vorläufer hatte, der schließlich zur Gründung der Narrengilde im Vorort führte, denn 1951 gab es die Pilwe noch gar nicht. Es war ein fröhlicher Schreinermeister, der als Allein-Fasnachter in närrischer Aufmachung mit einem Wägelchen und einem Fahrrad durch die Gassen des Vorortes zog. Zur Freude der Neckarauer, von denen sich im Laufe der Jahre immer mehr anschlossen. Und so bildete sich eine muntere Stammtischrunde, die schließlich die „Nackarauer Narren-Gesellschaft Die Pilwe“ gründete und nach einer Umbenennung heute als Narrengilde zu den sieben federführenden Fasnachtsvereinen in Mannheim gehört.

An die lange Tradition des Neckarauer Fasnachtszügl erinnert nun der Jahresorden, den die Pilwe freigiebig an Freunde und Gleichgesinnte verteilen. Und da sich die Gäste des Ordensfestes, allesamt Fasnachter, selbst mit ihren Orden revanchieren, hingen am Ende um den Hals des Präsidenten Braun mehr als 40 Stück, darunter auch der Orden der Prinzessin der Sandhase und der Stadt Mannheim, Daniela I., die mit ihrem Gefolge der Veranstaltung ihre Aufwartung machte.

Es dauert einige Stunden bis alle Orden und guten Wünsche für die Kampagne ausgetauscht sind. Hungern muss kein Fanachter. Zur Tradtion bei der Pilwe gehört auch eine reich gedeckte Tafel mitten im Saal. Weit mehr als 600 köstlich belegte Brötchen hatten die Pilwe-Damen vorbereitet, an Getränken fehlte es ebenfalls nicht. Mehr als einmal verbinden die Gäste ihre Ansprachen mit Lob und Bewunderung für die Gastfreundschaft. Franz Barth vom Club der Knöcherträger erinnert daran, dass Rolf Braun in der nächsten Saison 33 Jahre Pilwe-Präsidentschaft feiern darf. Demnach fand von den 66 Umzügen rund die Hälfte unter seiner Ägide statt. Auch das ein seltenes Jubiläum .