Neckarau

Neckarau Rindfleischessen mit Gardevorstellung der Narrengilde im Casino des Großkraftwerks / Kreis des jüngsten Nachwuchses wird immer größer

Pilwe-Tänzerinnen holen Preise

Archivartikel

Um die Zukunft der Garden muss es der Neckarauer Narrengilde „Die Pilwe“ nicht bange sein. Seit einigen Jahren verzeichnet die kleinste Truppe des Vereins, die Stoppelhopser, Zulauf. „Wenn es so weiter geht, muss die Bühne erweitert werden“, scherzte Gardeminister Holger Fischer bei der Vorstellung der Garden im Casino des Großkraftwerks (GKM). Und – auch das wurde während der gut vierstündigen Veranstaltung deutlich – viele der kleinen Gardemädchen entdecken ihren Spaß am Tanz und wachsen in die Jugend-, Junioren- und Funkengarden hinein.

So zeichneten denn auch Fischer und Pilwe-Präsident Rolf Braun mehrere der erwachsenen Tänzerinnen mit Medaillen und sogar mit dem Goldenen Flies für sieben- beziehungsweise elfjährige Mitgliedschaft aus.

Mehr als 300 Gäste verfolgten im Saal die Darbietungen. Und genau so viele Portionen Tafelspitz gingen auch in der GKM-eigenen Küche über die Theke. Denn traditionell verbindet die Pilwe die Gardevorstellung mit Rindfleischessen. Die Tafelmusik dazu kam von Franz Lämmlin, der auch für kräftige Tuschs und Schunkellieder sorgte.

Die Aufmerksamkeit des Publikums galt indes vor allem den Garden. Und die boten eine bunte Show: neben den obligatorischen Gardeauftritten gleich drei Schautänze und ebensoviele Funkenmariechen. Und das taten sie nicht schlecht. Dafür sprechen auch die zahlreichen Preise, welche die Garden bei regionalen Wettbewerben regelmäßig einheimsen. Das Einstimmen auf den Abend bleibt ausgerechnet den Kleinsten, den Stoppelhopsern, vorbehalten. Die Jüngste unter ihnen zählt gerade drei Lenze. Wie nicht anders zu erwarten, hapert es noch mit den synchronen Bewegungen, aber der sichtliche Spaß der Minis am Tanz lässt die Zuschauer schmunzeln, der begeisterte Beifall ist den Hopsern sicher. Eine von den Kleinen, Elaine Metzger, zeigt besonders viel Talent und hat als Stoppelhopsertanzmariechen die Bühne für sich.

Erster Platz für Funkenmariechen

Nicht minder temperamentvoll und mit einem ausgeprägten Gefühl für Rhythmus präsentieren Jugendtanzmariechen Adriana Albanese und Funkenmariechen Jasmin Cutrona, die bei Wettbewerben neben zwei weiteren Platzierungen auch den ersten Platz beim Schulungsturnier in Durlach errang, ihre Darbietungen. Mit akrobatischen Einlagen durchsetzt ist der Auftritt von Anna Lena Dürr, deren Karriere bei den Stoppelhopsern angefangen hat und nun als Funkenmariechen begeistert. Seit elf Jahren ist sie auf der Bühne zuhause.

Routiniert schwingen die Garden ihre Beine in die Höhe, bilden unterschiedliche Formationen. Doch sie haben mehr zu bieten. Allesamt studierten sie einen Schautanz ein. So entführt die Jugendgarde als eine Zebraherde das Publikum nach Afrika. Die Funkengarde hebt als Besatzung der Pilwe-Airline über die Wolken, und die Juniorengarde fegt als bunte Cheerleadertruppe über die Bühne. Bei aller Akkurates sorgt die Choreographie dafür, dass auch der Humor nicht zu kurz kommt. Das begeistert die Wertungsrichter außerhalb Neckaraus. Die Zebras der Jugendgarde standen vier Mal auf dem Podest, davon zweimal ganz oben. Mit ihrem Standarttanz errang die Jugendgarde bei den Gardebällen der Aulaner und der HWO in Oggersheim den ersten Platz. Die Funkengarde schaffte es beim Schulungsturnier in Durlach auf den zweiten Platz. Offenbar wollten die Mütter der Tänzerinnen nicht nur zuschauen. Sie ließen sich anstecken und bildeten selbst eine Truppe, die Pilwe-Muddis. Der Beifall der Zuschauer zeugt davon, dass auch sie Fans haben.

Nur noch wenige Fasnachtsvereine nennen eine Musiktruppe ihr eigen. Die Pilwe gehören dazu. Wie Holger Fischer berichtete, ist der Musikzug bei vielen Veranstaltern gefragt. Lautstark präsentierte sich die Formation auch im Saal.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/neckarau