Neckarau

Neckarau Nachruf auf Richard Karusseit, Chef der IG Vereine

"Prägendes Gesicht" des Stadtteils

Archivartikel

Neckarau trauert um einen seiner verdientesten Ehrenamtlichen. Wie bereits kurz gemeldet, ist Richard Karusseit, seit zwei Jahrzehnten an der Spitze der Interessengemeinschaft (IG) der Vereine, am Montag kurz vor seinem 70. Geburtstag verstorben. Sein Verein würdigt ihn als "prägendes Gesicht Neckaraus".

Diese Verdienste sind umso bemerkenswerter, als er am 7. Oktober 1947 fernab dieses Stadtteils geboren wird, nämlich im Bayerischen Wald. Als Richard Karusseit sechs Jahre alt ist, zieht die Familie nach Mannheim, zunächst nach Rheinau.

Karusseit absolviert eine Lehre als Einzelhandelskaufmann bei Karstadt, ist zuletzt bei ABB tätig. Hier scheidet er 2003 aus und wagt im Alter von 57 den beruflichen Neuanfang: Zum 1. Mai 2005 übernimmt er nach dem Tod von Werner Herrmann dessen Reinigung in der Fischerstraße, die er fortan mit Ehefrau Gertraude erfolgreich führt.

Seine Gertraude, geborene Dengler, eine waschechte Neckarauerin, lernt er 1965 auf einem Tanzabend im Nachbarschaftshaus Rheinau kennen. Nach der Heirat zieht er zu ihr nach Neckarau. Hier wird er schnell heimisch, weil er sich engagiert, ab 1974 in der "Pilwe". Bereits 1975 wird er Elferrat, 1978 Organisationsminister und damit Chef-Organisator aller Großveranstaltungen.

Derartiges Engagement spricht sich rum. In der Interessengemeinschaft der Vereine wird er 1994 Stellvertreter des Vorsitzenden Alfred Glocker. Während dessen Krankheit führt er de facto den Verein, bevor er nach dessen Tod 1998 nominell Vorsitzender wird; vor allem die großen Stadtteilfeste sind sein "Kind".

Dabei ist er keiner, der gerne große Reden schwingt, stattdessen einer, der lieber anpackt, ein wahrer Schaffer eben. Als solcher wird er dem Stadtteil schmerzlich fehlen.