Neckarau

Almenhof Erstes gemeinsames Sommerfest der evangelischen Markus- und Lukasgemeinde rund um die Markuskirche

Singender Liederkellner wandert von Tisch zu Tisch

Unter den Besuchern verteilte Akustikgitarrist Charly Hanenberg eine musikalische Speisekarte „Lieder à la carte“ mit sämtlichen Stücken seines Repertoires, sortiert nach Jahrzehnten und Sprachen wie Französisch, Spanisch und Italienisch. Aus dieser Liederliste durften sich die Besucher einige Wunschtitel aussuchen, woraufhin Hanenberg, der von Biertisch zu Biertisch wanderte, diese Stücke zum Besten gab. „Diese Hitze ist für die Stimme nicht so toll, da ist das Singen anstrengender“, stöhnte Hanenberg unter der Sonne.

Zelt in Regenbogenfarben

Rund um die Markuskirche feierten die evangelische Markus- und Lukasgemeinde zum ersten Mal ein gemeinsames Sommerfest, mit einem regenbogenfarbenen Zelt des Kinder- und Jugendzirkus Paletti, einer Wasserbombenschlacht der Konfirmanden, einem Auftritt des Jazz-Duos „Stix’n’Tilez“, einem Flohmarkt und einem Literatursofa im Windfang der Kirche.

Nach dem morgendlichen Gottesdienst verschenkte Pfarrerin Martina Egenlauf-Linner fruchtbare Blumensamen an die anwesenden Kinder, einen Teil davon pflanzten die Heranwachsenden im Pfarrgarten ein, den Rest nahmen die Mädchen und Buben mit nach Hause, um die Samen im heimischen Garten zu verstreuen. Denn eine sommerlich-sonnige Blumenwiese sei, wie Pfarrerin Egenlauf-Linner verglich, eine attraktive Metapher für den biblischen Schöpfungsgedanken. Wie verlief das erste halbe Jahr von 2019? „Ganz positiv, es sind gute Sachen und Kontakte entstanden“, freute sich die Seelsorgerin, die seit September 2018 der evangelischen Markusgemeinde im Viertel Almenhof angehört. „Es braucht seine Zeit, bis sich die Menschen kennenlernen.“ In der zweiten Jahreshälfte möchte sich die Gemeinde der Reparatur des kaputten Glockenstuhls der Markuskirche widmen.

Zwei Erzieherinnen des Kindergartens Kinderinsel marschierten mit einem altmodischen, fahrbaren Eiswagen und läutender Glocke über das Gelände und verkauften kühles Speiseeis. Unter dem kunterbunten Paletti-Zirkuszelt, das einen willkommenen Schatten unter dem Rund warf, durften die Sprösslinge nicht nur das Jonglieren und das Balancieren auf einem riesigen blauen Gummiball ausprobieren, sondern ebenso Gitarrist Charly Hanenberg lauschen. „Kennt ihr Balu aus dem Dschungelbuch?“, kündigte Liederkellner Charly Hanenberg die Nummer „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ an. Außerdem stimmte der akustische Gitarrist aus Heidelberg weitere Stücke wie „Der Cowboy Jim aus Texas“, „Wie schön, dass du geboren bist“ und „Hotel California“ von den Eagles an.

Musiktherapeut von Beruf

„Ich habe in den letzten Jahren immer die Sommerfeste der Lebenshilfe in der Stengelhofstraße in Rheinau musikalisch begleitet“, erklärte Gitarrist Hanenberg, der beruflich als Musiktherapeut in der Psychiatrie in Wiesloch arbeitet, wie sein Engagement beim Sommerfest der Markus- und Lukasgemeinde zustande kam. Gebürtig stammt der 58-Jährige jedoch aus der Wallfahrtsstadt Kevelaer in Nordrhein-Westfalen an der holländischen Grenze. Auf der klanglichen Speisekarte von Charly Hanenberg stehen zudem Lieder wie „Nothing else matters“ von Metallica und die Hippie-Ballade „San Francisco“ von Scott McKenzie. „Ich lerne viele neue Lieder über meine Schüler kennen, ich gebe auch privaten Gitarrenunterricht“, schilderte Hanenberg.