Neckarau

Neckarau Vernissage von Künstlergemeinschaft der Freizeitschule auf dem Friedhof / Bildhauer Hannes Helmke lobt Holz-Arbeiten

„Starker künstlerischer Impuls für die Stadtteile“

Archivartikel

„Es gibt keine Fehler, nur Erfahrungen“, lautete das Credo der Künstlergemeinschaft, die gemeinsam mit vielen Besuchern im Rahmen einer Vernissage auf dem Friedhof Neckarau den Startschuss für die Dauerausstellung gab. Gemeint war der Umgang mit Holz auf dem Weg eine Skulptur zu erschaffen.

Seit zwölf Jahren arbeiteten sie zusammen. Genauso lange liege ihre erste Ausstellung zurück. „Damals war es gleichfalls eine Gruppenarbeit“, berichtete Doris Lehmann. Die Hobbykünstler treffen sich einmal wöchentlich in der Freizeitschule, einem freien Kultur- und Bildungszentrum auf der Grundlage von Anthroposophie und Waldorf-Pädagogik, das im Jahre 1975 gegründet wurde.

Bis vor einem Jahr wurde der Gestaltungsprozess von dem inzwischen verstorbenen Hartmut Brunnenkant geleitet.

„Immer sind es Skulpturen, jedoch aus verschiedenen Materialien von Papier über Draht bis hin zu Stoff“, sagte Horst Beisel. Die jetzige Dauerausstellung setzt auf Holz: „Das ist auch unser Hauptmaterial.“ „Wir arbeiten vor allem projektbezogen“, meinte Irene Roschbach. So habe die Gruppe auch schon mal in einem Krankenhaus ausgestellt, wie Renate Lenz-Pöhler hervorhob. 2006, bei der ersten Ausstellung auf dem Friedhof, waren es neun Skulpturen, „diesmal sind es sechs“, so Roschbach.

Freude am Schaffen

Neu hinzugekommen in die Bildhauergruppe ist Karsten Wicke. Die große Freude am Schaffen motiviere ihn, erklärte er. Initiiert wurde die Ausstellung von Rudolf Höcker über die Lokale Agenda 21, „um den Platz vor der Trauerhalle aufzuwerten.“ Das gebe es auf keinem anderen Friedhof in der Stadt. So viel Engagement freute gleichfalls Andreas Adam. Der Betriebsleiter der Mannheimer Friedhöfe würdigte die Kreativität der Künstler.

„Da schwingt auch bei uns viel Stolz mit im öffentlichen Raum mit einem eigenen Werk vertreten zu sein“, unterstrich Lucio Barro- Bejarano im Namen der Gruppe.

Bereits der Gestaltungsprozess sei von Höhen und Tiefen geprägt gewesen, erinnerte sich Doris Lehmann. Man fühle sich auch irgendwie hinein in das Gegenüber, umschrieb sie die direkte Interaktion mit der Skulptur.

Die Kunstwerke seien immerhin zwei Meter hoch, berichtete ebenso Renate Lenz-Pöhler von Zwiegesprächen mit ihrer hölzernen Figur. So eine Beziehung intensiviere sich mit dem Fortschreiten des Gestaltungsprozesses, so Doris Lehmann. Irgendwie habe jeder der sechs Künstler Wehmut beim Abschied verspürt. „Wir haben sie nun in die Freiheit entlassen“, sagte Horst Beisel im Hinblick auf den dauerhaften Standort vor der Trauerhalle lachend. Die Skulpturen in diesem Umfeld zu erleben sei aufregend, wie er versicherte.

Otto Kampf von der Firma Siegmann hatte die Kunstwerke auf ein Sandsteinfundament gehievt. Hannes Helmke, Bildhauer aus Heidelberg, lobte in seiner Einführung die tolle Entwicklung der Künstlertruppe. Er selbst habe seinen Zivildienst vor 30 Jahren in der Freizeitschule geleistet, wie der gelernte Holzbildhauer berichtete.

Auch habe er selbst Kurse an der Freizeitschule Neckarauer Waldweg 139 gegeben. Von der Freizeitschule gehe ein starker künstlerischer Impuls für den Stadtteil aus. „Ich bin stolz, dass Sie alle soweit gekommen sind“, richtete er ein großes Kompliment an die sechs Künstler.