Neckarau

Neckarau Leckeres Mahl erinnert an hungrige Kämpfer

Verein tischt Suppe und Historie auf

Archivartikel

Traditionell serviert der Verein Geschichte Alt-Neckarau (VGAN) an Rosenmontag eine leckere Gemüsesuppe mit Würstchen und Fasnachtsküchle. Die Speise erinnert an eine Begebenheit mit den Soldaten der Grand Nation Ende des 18. Jahrhunderts.

Doch die Gespräche an den Tischen drehten sich diesmal vor allem um die Römer aus der Zeit des vierten Jahrhunderts. Der Anlass: Das Historische Museum der Pfalz in Speyer zeigt gerade die Ausstellung „Valentinian I. und die Pfalz in der Spätantike“. Eben dieser römische Kaiser, der nicht in Rom, sondern in Trier residierte, ließ im Jahr 369 nach Christus in Altrip ein Kastell bauen. Und so feiern die Altriper die Gründung ihrer Gemeinde vor 1650 Jahren. Vor ihrem Rathaus werden sie am 16. März eine Stele einweihen, angesagt hat sich auch Ministerpräsidentin Malu Dreier.

Soldaten hatten Gemüse gestohlen

Was die Neckarauer Heimatforscher allerdings fuchst: Es gehe unter, dass der Kaiser auch an der linken Rheinseite ein Burgus (Kastell) bauen ließ. Schriftlich erwähnt wird „Naucravia“ zum ersten Mal aber erst 871, ist also offiziell rund 400 Jahre jünger. „Dabei wurden die Kastelle gleichzeitig gebaut“, ereifert sich Norbert Staab vom VGAN. Immerhin luden die Altriper die Nachbarn von der gegenüberliegenden Rheinseite zu der Steleneinweihung ein.

An die Geschichte mit den französischen Soldaten erinnert Vereinsvorsitzender Wolfgang Reinhard. Demnach hatte eine Abteilung der napoleonischen Armee 1791 vor Neckarau gelagert, bis es zur Schlacht auf der heute nicht mehr existierenden Brücke, etwa bei der Fischerstraße, kam. Offenbar hat es nicht recht mit der Verpflegung geklappt und so stibitzten die Soldaten Gemüse aus den Äckern der Neckarauer Bauern und kochten sie zu einer Suppe.

Geholfen hat ihnen die Stärkung wenig, die Schlacht gegen die Kaiserlichen haben sie verloren. 200 Jahre später erinnerte der Heimatverein an die Geschichte rund um das Gemüse, die sich so oder ähnlich zugetragen haben mag. Die Germanen hatten gerne ihre Schiffe gekapert und geplündert. Dagegen sollten eben die Kastelle mit ihren Besatzungen schützen. jan