Neckarau

Neckarau Gäste genießen gemütliches Bummeln / Von der Bücherei bis zum Café oder Bestatter waren etliche Neulinge mit am Start

Vielfalt zwischen Pop und Besinnlichkeit

Ein neues kleines Subzentrum hat sich in Neckarau bei der Langen Nacht rund um die Steubenstraße herausgebildet. Die Premium Lounge mit Thomas Kublitz und Stefan Knecht ist schon lange dabei und lud nun erstmals zur Eröffnung ein. Gemeinderat Claudius Kranz (CDU) wies vor einer großen Gästeschar aus Politik, Verwaltung und Vereinsleben auf die Bedeutung des Einzelhandels hin. Der Großteil der täglichen Einkäufe werde doch immer noch in den Vororten getätigt. Für Neckarau sei es da besonders wichtig, die Marktplatzgestaltung im Auge zu haben, um rechtzeitig Gelder in den Haushalt einzustellen. Die Gemeinschaft der Selbstständigen (GdS) hatte bei ihrer Kerwe im Sommer Lose verkauft und bedachte den Jugendtreff Neckarau sowie den Neckarauer Kunst- und Kulturverein NeKK’99. Vorsitzender Bernd Schwinn überreichte nun einen Scheck über 2000 Euro an den Fördervereinsvorsitzenden Rudi Strunk und an den NeKK’99 Vorsitzenden Armin Fischer. Beide Einrichtungen erhalten 1000 Euro.

Augenschmaus für die Gäste waren die großformatigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit Mannheimer und internationalen Motiven von Oliver Rebelo de Andrade, der bei der Langen Nacht 2018 erstmals im Vino Banco von Lore Herbert ausgestellt hatte. Die Gastgeberin der vergangenen Jahre bedauerte, dass sie aufgrund der Terminverlegung diesmal nicht hatte einladen können. Einige Geschäfte öffneten in diesem Jahr zum ersten Mal ihre Türen. So lud Verena Keller von Bücher Böttger zur kleinen Gesangsdarbietung ihrer Auszubildenden Luisa Sodtke, die sich mit ihrer Gitarre begleitete. Gegenüber war die Café Bar Tongfa, Anziehungspunkt für die Niederfeld-Anwohner, dabei. Ein paar Schritte weiter hatte Clown Emi’s Partyshop, der Geburtstagsfeiern für Kinder organisiert, eröffnet und erfreute nun mit bunten Luftballons.

In der Friedrichstraße nutzten Besucher die Gelegenheit, sich ganz freiwillig mit der Zeit nach dem Leben zu beschäftigen. Manuela Hauser-Hiebeler von Pietät Hiebeler erklärte, was in einem Bestattungshaus passiert und verschenkte Teelichter an die Damen. Bei Mod’oro strömten die Besucherinnen zu neuen Schuhmodellen und Accessoires und probierten die polnische Spezialität Bigos, einen Fleischeintopf mit Sauerkraut, von Besitzerin Dorota Laus. Für leibliche Genüsse drinnen und draußen sorgte auch das Restaurant Hedonist mit seinem Bio-Food-Angebot.

Wer ein wenig abseits bummelte, konnte in der Maxstraße das brandneu eröffnete Atelier A!Think von Nadine Ajsin, Andrea Berthel und Sabine Asgodom besuchen. Die Mannheimerin Nadine Ajsin arbeitet in einer ganz ungewöhnlichen Technik. Als Allergikerin ist ein Malen mit üblichen Farben für sie unmöglich, so gestaltet sie ihre kleinen Kunstwerke auf Tellern und Platten mit Lebensmittelfarbe, fotografiert sie und lässt sie auf Alu-Dibond drucken. Andrea Berthel dagegen malt in Öl – großformatig, hyperrealistisch, surreal und zeitkritisch. Leuchtend orangefarbene Mini-Kois versammeln sich in einer Konservendose zum Chorgesang: Lifestyle-Kritik zum Schmunzeln. Sabine Asgodom ist Management-Trainerin und Autodidaktin. Für sie ist das künstlerische Schaffen mit Acrylfarben Ausdruck von Energie und Freude, die sie weitergeben will. Auf dem Marktplatz hatte KfZ-Krieger seinen Standplatz für den Shuttle-Service.

Bei rund 25 Teilnehmern hatte die lange Nacht samt vielen Verkostungen und einer Modenschau bei Baro eine Türöffner-Funktion für die Geschäfte und war ein fast schon familiäres Stadtteil-Event.

Info: Fotostrecke unter www.morgenweb.de /Neckarau