Neckarstadt-Ost / Wohlgelegen / Herzogenried

Neckarstadt 130 Teilnehmer bei der 9. KultTour durch den Stadtteil / Mehr Besucher als im vergangenen Jahr

Beliebte Plattform für Kreative

Archivartikel

Ob Begegnungen beim Stadtteilfest im Herzogenried oder bei Flohmärkten in Hinterhöfen der Neckarstadt-Ost im Rahmen der Reihe Neckarschätze – die neunte Ausgabe der KultTour bot für die Besucher ein reiches Angebot an Kultur und Unterhaltung. „Um rund ein Drittel haben wir unsere Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr steigern können“, meinte Christin Fuchs vom Veranstalter.

Cohrs erstmals dabei

Der Regen am Samstag setzte dabei nur kurzfristig ein trauriges Ausrufezeichen hinter die Gemüter der Beteiligten. Die Situation sei allgemein gut gelöst worden, freute sich die Initiatorin, die selbst mit ihrem Waffelverkauf Schutz unter dem Terrassendach suchen musste. „Andere haben eben ein Zelt aufgebaut“, berichtete Fuchs auch über gute Verkaufszahlen bei den Hofflohmärkten. Trotzdem stehe das Miteinander des Stadtteils bei den 130 Teilnehmern im Vordergrund. „Wir haben vor, die Neckarschätze als feste Veranstaltungsreihe in jedem Sommer zu etablieren“, verriet Fuchs. Schließlich rücke dadurch das Quartier zusammen.

Das sah Daniela Cohrs vom Café Cohrs ähnlich. Sie habe sich mit ihrem Laden das erste Mal bei der KultTour beteiligt. Dabei bot sie den beiden Künstlerinnen Janine Kneip und Irmgard Missall eine Plattform, die in ihren Bildern Farben und Linien in Balance bringen. „Wir sind sehr dankbar für diese Möglichkeit“, erklärte das Duo. In ihren Bildern treffen Szenen des Stadtlebens auf Beobachtungen von Licht. „Zudem haben wir gemeinsam das Kinderbuch von Christin Fuchs illustriert“, wie Irmgard Missall berichtete. Lesungen mit Bildertheater standen deshalb gleichfalls im Café Cohrs auf dem Programm.

In der Galerie von Monica Ruppert präsentierte sich mit Juliane Gutschmidt, Elvira Richter und Michael Schwartzkopff gleich ein Trio. Unter der Überschrift „Darf es etwas mehr Realität sein“ wechselten deren Sujets zwischen analog und digital. „Wir waren vor vier Jahren schon einmal auf der KultTour unterwegs“, so Richter. Es sei eine klasse Idee, weil sich einfach immer wieder Gespräche zwischen Künstlern und Besuchern ergäben. Kontakte und Verkäufe bedingten einander schließlich. „Mittlerweile kann ich von meiner Kunst leben“, verriet Richter, die auch als Autorin arbeitet. Das habe aber 20 Jahre Anlauf gebraucht, wie sie gestand. Ihr Kunsthandwerk zum Beruf gemacht haben auch die beiden Goldschmiedinnen Claudia Mohr und Rebecca Münzer. In ihrem Laden „Herzschlag“ in der Lange Rötterstraße bieten sie auch Geschenkartikel zum Verkauf. Auf der KultTour stellte Verona Unsin ihre Bilder dort zur Schau. Malerin Veronika Licher war dagegen bei Sirin Kiliç auf der Musikwiese zu Gast. Sie sei bereits zum vierten Mal immer an anderen Orten auf der Veranstaltungsreihe dabei, meinte Licher. „Ich gestalte gerne Räume mit meinen Bildern“, so die Malerin. Für Sirin Kiliç war die Teilnahme dagegen eine Premiere. „Die Musikwiese bietet seit 2016 neben Gesangs- und Klavierunterricht auch die Möglichkeit zum Eltern-Kind-Musizieren für Babys und Kleinkinder“, wie sie betonte.